Gerechtigkeit für die Vereine

Großrosseln. In seiner jüngsten Sitzung hat der Großrosseler Gemeinderat, wie bereits berichtet, auch über Sportplätze in der Kommune beschlossen. Das Gremium stimmte einem gemeinsamen Antrag der SPD und der Freien Wählergemeinschaft (FWG) zu

Großrosseln. In seiner jüngsten Sitzung hat der Großrosseler Gemeinderat, wie bereits berichtet, auch über Sportplätze in der Kommune beschlossen. Das Gremium stimmte einem gemeinsamen Antrag der SPD und der Freien Wählergemeinschaft (FWG) zu. Danach sollen drei Sportplätze, die noch keine Rasen-Spielfläche besitzen, zu Rasenplätzen umgebaut werden; 2010 ist Emmersweiler dran, 2012 Dorf im Warndt, 2014 Naßweiler. Pro Platz, so der Beschluss, soll die Gemeinde 200 000 Euro aus dem Haushalt bereitstellen plus den Zuschuss aus dem Sportstättenentwicklungsplan des Landes. 14 Ja-Stimmen gegen neun Nein-Stimmen bei einer Enthaltung: Auch Mitglieder der CDU-Mehrheitsfraktion trugen den Antrag mit. Dahinter steht der Wunsch, etwas zu tun für benachteiligte Ortsteile. Und das Bedürfnis, die Vereine im Ort gerechter zu behandeln als bisher. Die Sportplatz-Investition, argumentierten deren Kritiker, hebe Ungleichbehandlung nicht auf; die Fußballer kämen weiterhin besser weg als etwa Schützen oder Kultur-Vereine. Sie sei aber, hielten die Verfechter des Antrags dagegen, ein erster Schritt, um Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Damit, erklärten etliche Redner, müsse der Rat dringend beginnen. Wobei, fügte FWG-Sprecher Ralf Hektor hinzu, dann vielleicht einige Vereine "zurückrudern" müssten. Die Sportplätze, erläutert Großrosselns Hauptamtsleiter Axel Weiter auf SZ-Nachfrage, gehören alle der Gemeinde und werden von ihr unterhalten; insoweit also Gleichbehandlung. Ungleich aber ist die Qualität der Sportstätten: Rasen in Großrosseln, Karlsbrunn und St. Nikolaus, Brasche in Emmersweiler, Dorf im Warndt und Naßweiler. Ungleich geht es nach Weiters Auskunft auch bei den Clubheimen zu. Einige Vereine, etwa der SC Großrosseln, nutzen Gemeinde-Eigentum und müssen nur für den Energieverbrauch aufkommen, nicht aber für Reparaturen. Andere Vereine, etwa die Karlsbrunner Kicker, finanzieren ihr Clubheim komplett aus eigener Kasse. Wieder andere Sportvereine, etwa die Schützen, erhalten für Sport-Anlagen und Bauten keinerlei kommunale Hilfe. Bei Nicht-Sport-Vereinen ist es ebenso.Bürgermeister Peter Duchene plädierte in der Ratssitzung für Sparsamkeit. CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Haschke führte die Demografie ins Feld: Sinkende Einwohnerzahlen sprächen gegen Investitionen in den Ortsteilen, man müsse "größere Einheiten" bilden. Die Mehrheit des Großrosseler Gemeinderates jedoch hat sich für Sport-Investitionen entschieden. Meinung

Professionelles Planen tut Not

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke Vereins-Aktivitäten geben dem Alltag vieler Bürger Lebendigkeit und Farbe. Der Bogen dabei spannt sich weit, von Chor bis Fußball, von Karneval bis Radeln, von Theater bis Tennis. Also tun Kommunen etwas für die Lebensqualität im Ort, wenn sie Vereine unterstützen. Aber wie sie Vereins-Förderung gestalten und wie stark sie Vereinen unter die Arme greifen, will in Zeiten leerer Kassen und sinkender Einwohnerzahlen überlegt sein. Die Zeiten, in denen Kommunen jedem Orts- oder Stadtteil die eigene Halle, den eigenen Sportplatz gönnen konnten, sind vorbei. Doch dass das - unumgängliche - Sparen "alten" Ungleichheiten zwischen Ortsteilen oder Vereinen dauerhaft Bestand verleiht, geht erst recht nicht an.Kommunen brauchen sorgsame, langfristige Planung. Für Sport- und Kultur-Einrichtungen ebensowie im Städtebau. Mit dem Planen aber hapert es in Großrosseln sehr - höchste Zeit, dass Professionalität in Rat und Rathaus einzieht.