| 20:48 Uhr

Jubiläum Dorf im Warndt
Geburtstagsfest für jüngsten Ort der Region

1000 bunte Augen mitten im Ort: Zum Jubiläum in Dorf im Warndt wurde auch die von Mike Mattes künstlerisch gestaltete Grubenlore im Park der Öffentlichkeit übergeben.
1000 bunte Augen mitten im Ort: Zum Jubiläum in Dorf im Warndt wurde auch die von Mike Mattes künstlerisch gestaltete Grubenlore im Park der Öffentlichkeit übergeben. FOTO: Ruppenthal
Dorf im Warndt. Vor 80 Jahren ist Dorf im Warndt gegründet worden. Am Wochenende haben Bürger und Vereine das runde Jubiläum groß gefeiert. Von Rolf Ruppenthal

Feier-Tag im Warndt: Dorf im Warndt hat am Wochenende sein 80-jähriges Bestehen gefeiert. Für Menschen eine lange Zeit, für einen Ort ein junges Alter. Mit der 80-jährigen Erika Kiefer und Trudi Löbenbrück – sie wird im November 80 – leben nur noch zwei Einwohner des Warndtdorfs, die hier geboren und auch noch bis zum heutigen Tage in ihrem Heimatort zu Hause sind.


„Dorf im Warndt hat Zukunft“, hat Schirmherr Andreas Baron anlässlich des Jubiläums gesagt, „solange die Ortsvereine und die Bevölkerung Verantwortung für ihren Ort zeigen.“ Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf das starke und aktive Vereinsleben, das den Großrosseler Ortsteil als jüngstes Dorf im Warndt zu einem kulturellen Zentrum gemacht habe. Der Bürgermeister hofft, dass dieses 80. Jubiläum in Dorf im Warndt die Initialzündung für eine gute Zukunft der Vereine und der Dorfgemeinschaft sein wird.

Werner Hektor, als Ortsvorsteher und zudem als Vorsitzender des Berg- und Hüttenarbeitervereins – neben der unermüdlichen Helene Alleborn, der ersten Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins Dorf im Warndt – einer der „Motoren“ dieser zweitägigen Jubiläumsfete, betonte, dass sich gerade in den letzten Jahren einiges im Ort positiv verändert habe. Er nannte als Beispiele dafür die Fertigstellung des neuen Kindergartens, das Herrichten eines neuen Kirmesplatzes und die in diesem Jahr fertig gestellte Feuerwache West.



Für die nahe Zukunft sind nach seinen Ausführungen durch Bürgerwerkstätten weitere Projekte wie Parkanlage, Ortseingangsschilder und einiges mehr geplant. Allerdings werde es immer schwerer, genügend Mitbürger für die Belange des Dorfes zu mobilisieren. Deshalb dankte er ausdrücklich allen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich ganz persönlich für „ihr“ Dorf im Warndt eingesetzt haben.

Den Höhepunkt der zweitägigen Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen bildete ein kleiner, aber feiner Festumzug mit anschließendem Festkommers. Leider engagierten sich hier nicht alle Vereine. Dennoch wurde der Festumzug durchs Dorf zum Park zu einem kleinen „Triumphzug“, wurden doch dabei im Park die von Mike Mathes künstlerisch gestaltete Kohlenlore aus dem Bergwerk Warndt und die von der Arbeiterwohlfahrt gestiftete Sitzgruppe ihrer Bestimmung übergeben. Der gebürtige Hesse Mike Mathes, nach 20 Jahren aber längst „überzeugter Saarländer“, bezeichnete es als große Ehre, mit Einbeziehung dieser historischen Lore in sein „1000-Augen-Friedensprojekt“ und „Bergleute zeigen Gesicht“ aktiv an diesem Jubiläum mitwirken zu dürfen.

Die Schützen waren nicht nur dabei, sondern mittendrin und schossen wiederholt zum Jubiläum Salut. Auch die französischen Freunde von „Les Enfants du Charbon“ waren mit von der Partie. Einer der Jüngsten beim Umzug war der 18 Monate alte Tiago in den Reihen des Berg- und Hüttenarbeitervereins.

Klein, aber fein präsentierte sich auch der anschließende Festkommers, bei dem sich Dorf im Warndt selber feiern durfte. Schirmherr Baron, Bürgermeister Dreistadt und Ortsvorsteher Hektor würdigten nach der Begrüßung durch Helene Alleborn das 80. Jubiläum gebührend. Mit Trudi Löbenbrück, Christel Schmitt und Manfred Wörz ehrte die erste Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins drei langjährige, verdiente Mitstreiter. Musikalisch gestaltet wurde der Festabend vom Jugendorchester Großrosseln und dem Warndtknappen Chor.

Sonntags wurde dann weitgehend gefeiert. Nach dem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche, musikalisch gestaltet vom Kirchenchor Dorf im Warndt und zudem von der Schola Emmersweiler, gab’s ein lockeres und unterhaltsames Festprogramm, das vom Kabarett „Oma Frieda“ von Jutta Lindner über Liedvorträge des HeartsChor Saar bis zu karnevalistischen Showtänzen der Warndtkater reichte. Natürlich war auch für Speisen und Getränke bestens gesorgt, wobei traditionell die hausgemachten Gefillde mit „Sauerkraut unn Speckrahmsooß“ am besten ankamen. Die Hüpfburg und die Kinderbelustigungen auf dem Schulhof fanden bei den Kleinen Gefallen, während sich die Erwachsenen beim Torwandschießen und an der Schießbude des Schützenvereins zusätzlich amüsieren konnten.

Zudem ehrte Helen Alleborn die ältesten Einwohner von Dorf im Warndt. Neben Erika Kiefer und Trudi Löbenbrück gehören dazu Adele Sonnhalter, Anni Eckel, Elisabeth Thul, Erna Solzbacher, Helena Holzer, Alois Trampert, Günter Mayer, Heinrich Momper, Herrmann Feller, Theodor Wörz, Werner Böhme, Wilhelm Weiler und Willi Heintz.

Mit Blumen dabei: die Siedlergemeinschaft.
Mit Blumen dabei: die Siedlergemeinschaft. FOTO: Ruppenthal
Ein zünftiger Geburtstags-Salut kam vom Schützenverein.
Ein zünftiger Geburtstags-Salut kam vom Schützenverein. FOTO: Ruppenthal