„Fusion wäre keine gute Idee“

Großrosseln und Kleinrosseln – das gäbe vielleicht eine hübsche Großgemeinde. Passt aber rechtlich nicht. Und ehe der deutsche Grenzort in den hoch verschuldeten Nachbarstädten verschwindet, bleibt er lieber für sich, sagt der Bürgermeister.

Eine Fusion mit Völklingen? Um Geld zu sparen? Da kann der Großrosselner Bürgermeister Jörg Dreistadt nur den Kopf schütteln. Völklingen habe die ungleich höhere Pro-Kopf-Verschuldung, mehr Beschäftigte im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Steuerhebesätze, die 100 Prozentpunkte höher lägen - "wo soll da für uns der Vorteil sein, was hätten die Leute davon?", fragt der SPD-Politiker rhetorisch.

Nach Einschätzung von Dreistadt fährt die Grenzgemeinde Großrosseln am besten eigenständig, da es als Bestandteil der großen Anrainerkommunen Völklingen und Saarbrücken "völlig verschwinden" würde. Ein halbwegs "passender" Zusammenschluss wäre einzig mit dem französischen Nachbarn Petite Rosselle denkbar, doch eine grenzüberschreitende Fusion ist unter den derzeit bestehenden rechtlichen Bedingungen gar nicht möglich - ganz davon abgesehen, dass nicht einmal die Schläuche der befreundeten Feuerwehren zueinander passen.

Wenn es also darum geht, kommunales Handeln in größeren Einheiten billiger und einfacher zu machen, dann setzt der Großrosselner Bürgermeister auf punktuelle Zusammenarbeit, etwa beim Wasserzweckverband ("läuft hervorragend") oder bei der Gesellschaft Kommunale Beschäftigung mit Völklingen. Seit zwei Jahren existiert eine Vereinbarung mit Völklingen und Püttlingen, bei der Zusammenarbeit auf diversen Gebieten angestrebt wird: Bei Tourismus und Feuerwehrwesen lässt sich das schon gut an, bei der EDV hakt es, bei den Bauhöfen soll mehr bewegt werden, beim Vollstreckungs- und Forderungsmanagement ist mit dem Landesverwaltungsamt ein Wettbewerber im Weg.

"Sehr weit" ist nach Worten von Jörg Dreistadt die Zusammenlegung der Standesämter gediehen, will heißen die Auflösung desjenigen aus Großrosseln , wo es so gut wie nie Geburten und wenig Sterbefälle zu beurkunden gebe. Die Verbände der Jungen Union in Völklingen und Großrosseln haben konkrete Vorschläge zur interkommunalen Zusammenarbeit unterbreitet. So könnten die Kommunen bei der Verkehrsüberwachung zusammenarbeiten. Ein solches Projekt werde zum Beispiel bereits in Schwalbach, Bous und Ensdorf praktiziert. Auf Grund der Lage des Geislauterner Bauhofes werde eine Zusammenlegung beider Bauhöfe durch Gründung eines Zweckverbandes keine erheblichen Nachteile für Großrosseln mit sich bringen. Die Kooperation der Feuerwehren sollte weiter gestärkt werden. Hier sei wichtig, bei der Anschaffung von Geräten und Sonderfahrzeugen die Bedarfsfrage auch anhand des Vorhandenen in beiden Gemeinden zu klären.