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Frankreich ließ Faasebooze nicht rein

Frankreich ließ Faasebooze nicht rein

Klein und fein war er, der Fastnachtsumzug der Hinne Hott in Naßweiler. Eine Runde durchs benachbarte Rosbruck durften die Narren nicht drehen – aber die Franzosen strömten ihrerseits über die Grenze.

Fastnachter-Herz, was willst du mehr? Fantasievoll kostümierte Gruppen, sonniges Wetter, tolle Stimmung! Wie immer klein, aber fein präsentiert sich der Umzug des Naßweiler Karnevalvereins Hinne Hott am Sonntagnachmittag. "Ob Putin oder Trump - auch wir sind außer Rand und Band", lautet das Sessionsmotto. Die beiden Horrorclowns aus Moskau und Washington lassen sich zwar nicht blicken. Aber die Fastnachtsprominenz gibt sich die Ehre: Spiderman und Biene Maja stehen am Straßenrand, auch Herr Schlumpf und Frau Fliegenpilz werden gesichtet.

Wegen der Baustelle im Ort musste die Strecke in diesem Jahr etwas verkürzt werden. Gerne hätten die Jecken eine kleine Runde durch den Nachbarort Rosbruck gedreht. Doch die französische Bürokratie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Vom wiehernden Amtsschimmel lassen sich die Narren aber nicht die gute Laune verderben. Gefeiert wird trotzdem gemeinsam: Traditionell kommen viele Besucher aus Frankreich, um die vorbeimarschierenden Faasebooze zu bewundern.

Die zwei Dutzend Gruppen überzeugen mit bunten Kostümen und flotten Sprüchen. Die Fußballerinnen und Fußballer des Sportvereins Naßweiler haben sich in Kartoffelsäcke gehüllt. "Keine Taler für die Sportanlagen, drum müssen wir das Betteln wagen", verkündet die Truppe.

Der Niklooser Stammtisch hofft auf den Erhalt des "Einkaufsparadieses Großrosseln". Ein großer schmucker Einkaufswagen wurde aus Holz gezimmert. In seinem kleinen Pendant wird der Proviant mitgeführt. Die Wikinger der SG St. Nikolaus segeln sogar mit einem Schiff auf der Gute-Laune-Welle. Die kleinsten Wikinger lassen sich aber doch lieber im Kinderwagen chauffieren, Fynn und Madita sind noch kein Jahr alt.

Natürlich ist auch das schwule Hinne-Hott-Prinzenpaar mit von der Partie. "Wir sind schon ein bisschen aufgeregt", verraten Martin I. und Roland I. vor dem Start. Die beiden sind stolz, den Verein repräsentieren zu dürfen. Und sie sind stolz, dass die Gardemädchen sie begleiten.Viele Narren jubeln den Zugteilnehmern zu. Ganz vorne am Straßenrand freuen sich die Kinder über Süßigkeiten, die vom Himmel regnen. Einige greifen nach allem, was ihnen vor die Füße fällt. Andere gehen ganz gezielt vor: "Die gelben Lutscher schmecken am besten", versichert ein kleiner Cowboy.