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Förderverein soll Bahnhof retten

Der Großrosseler Bahnhof, seit 2001 unter Denkmalschutz, ist heruntergekommen. Durch Dach und Fenster dringt Feuchtigkeit ein, die den Verfall noch beschleunigt. Foto: Jenal
Der Großrosseler Bahnhof, seit 2001 unter Denkmalschutz, ist heruntergekommen. Durch Dach und Fenster dringt Feuchtigkeit ein, die den Verfall noch beschleunigt. Foto: Jenal
Großrosseln. Bürgermeister Peter Duchene (CDU), der sich selbst als sparsamen Hausvater sieht, erscheint ein Engagement der Gemeinde bei der Rettung des Alten Bahnhofs in Großrosseln zu teuer. Duchene sieht da die Deutsche Bahn AG in der Pflicht, die sich offenbar aber wenig um Mahnungen und Erinnerungen schert Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Großrosseln. Bürgermeister Peter Duchene (CDU), der sich selbst als sparsamen Hausvater sieht, erscheint ein Engagement der Gemeinde bei der Rettung des Alten Bahnhofs in Großrosseln zu teuer. Duchene sieht da die Deutsche Bahn AG in der Pflicht, die sich offenbar aber wenig um Mahnungen und Erinnerungen schert. Andererseits gibt es starke Bestrebungen im Warndt, gerade dieses Gebäude zu erhalten und sogar aufzuwerten. Zu den Vorkämpfern gehört der Verein zur Förderung des Warndt-Tourismus (VFWT) mit Professor Harald Zimmermann, der den Bahnhof als Start- und Zielpunkt für seine Draisinenfahrten auf der Rosseltalstrecke nutzt.Die SPD Großrosseln sieht nun die Möglichkeit, das Gebäude mit der Gründung eines Fördervereins zu retten. "Wir wollen nicht länger tatenlos mit ansehen, wie das denkmalgeschützte Kleinod Alter Bahnhof immer weiter verfällt", so der Vorsitzende des SPD-Gemeindeverbands, Jörg Dreistadt, bei einem Treffen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern. In anderen Gemeinden sei es schließlich auch gelungen, stillgelegte Bahnhöfe nicht nur zu retten, sondern auch zu neuem Leben zu erwecken. Der Alte Bahnhof von Püttlingen sei hierfür ein leuchtendes Beispiel. Als modernes Kultur- und Bildungszentrum stelle der Alte Bahnhof heute einen wichtigen Treffpunkt fürs Köllertal dar."Für den Rosseler Bahnhof könnte ich mir was Ähnliches vorstellen", so Jörg Dreistadt. "Er könnte sich nämlich zu einem deutsch-französischen Zentrum von Groß- und Kleinrosseln entwickeln. Eingebunden in ein grenzüberschreitendes städtebauliches Konzept könnten die beiden Kommunen endlich planvoll weiter zusammenwachsen." Die Gründung des Fördervereins ist laut Dreistadt für den Spätsommer geplant. Weitere Interessenten seien jederzeit willkommen. Ansprechpartner sind Jörg Dreistadt, Telefon (06809) 7892 und Jörg Steuer, Telefon (06809) 43 094.



HintergrundVon 1905 bis 1907 errichtete die preußische Eisenbahnverwaltung außer dem Großrosseler Bahnhof eine Reihe weiterer, ähnlicher Gebäude in der Region, so in Geislautern, Fürstenhausen und Gersweiler. Doch im Gegensatz zum Großrosseler Bahnhof, der zunehmend verkommt, sind sie alle saniert und werden alle genutzt. red