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| 20:19 Uhr

Feiner, kleiner Saal im Bürgerschloss

Karlsbrunn. Präzise Fragen, Bürger kennen eben die lokalen Verhältnisse. Und dazu handfeste, griffige Antworten - die "Informationsveranstaltung", zu der das Umweltministerium und die Gemeinde Großrosseln am Donnerstagabend gemeinsam in den Nebenraum der Karlsbrunner Turnhalle eingeladen hatten, wurde ihrer Bezeichnung gerecht Von SZ-Redakteurin Doris Döpke

Karlsbrunn. Präzise Fragen, Bürger kennen eben die lokalen Verhältnisse. Und dazu handfeste, griffige Antworten - die "Informationsveranstaltung", zu der das Umweltministerium und die Gemeinde Großrosseln am Donnerstagabend gemeinsam in den Nebenraum der Karlsbrunner Turnhalle eingeladen hatten, wurde ihrer Bezeichnung gerecht. Die zahlreichen Interessierten aus dem Warndt gingen mit neuen Gewissheiten nach Haus. Die Kernpunkte: Der Garten am Karlsbrunner Jagdschloss soll, darin sind sich der Saarforst-Landesbetrieb als Eigentümer, das Umweltministerium als dessen Dienstherr und die Gemeinde Großrosseln einig, zu einem Anziehungspunkt für Besucher von nah und fern entwickelt werden - Tourismus als wichtiger Faktor des Strukturwandels. Dazu soll baldmöglichst auch der Südflügel des denkmalgeschützten Schlosses ausgebaut werden, mit einem kleinen Saal (in Reihenbestuhlung etwa 100 Plätze) für Kultur- und Bildungsveranstaltungen, aber auch für private Feste. Damit solle das Schloss, das früher erst fürstlichen, dann forstlichen (Staats-)Zwecken diente, jetzt geöffnet werden für die Bürger, erklärte Umwelt-Staatssekretär Rainer Grün (Foto: rup). Der Umbau, denkmalgerecht, wird rund 850 000 Euro kosten. Die Finanzierung, so Grün, sei gesichert, der Betrag in den Landeshaushalt eingestellt; falls nötig, könne er auch ins kommende Jahr übertragen werden. Außerdem soll im so genannten Torzimmer des Schlosses ein Café entstehen. Die Pläne für den Südflügel stehen nach Auskunft von Klaus Köehler (Foto: ll), Architekt und Professor an der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft, "kurz vor der Genehmigungsreife"; im Herbst oder spätestens im Frühjahr 2010 könnten die Bauarbeiten beginnen. Und bei den Plänen - schlicht, klar und schön - geht es nicht allein ums Schloss: Köehler machte in seiner knappen, unterhaltsamen Präsentation die schon seit jeher bestehenden Bezüge zwischen Dorf und Schloss anschaulich. Dass die Baugenehmigung noch nicht da sei, erläuterte Bürgermeister Peter Duchene, liege daran, dass "wir das Gebäude im Einvernehmen mit allen hinkriegen wollen, auch mit der Nachbarschaft". Anwohner, um ihre Ruhe besorgt, hätten Widerspruch eingelegt; das bedeute eine Extra-Prüfungs-Runde. Die Zuhörer wollten es noch genauer wissen. Behindertengerechte Zugänge? Ja. Schallschutz? Wird mitgeplant. Dorfladen im Torzimmer? Nein, dazu eignen sich die Räume nicht. Anstrich-Farbe? Entscheidet der Denkmalschutz. Und: Bleibt Saarforst Eigentümer? Auf diese ein wenig bange Frage - schließlich ist die Karlsbrunner Forst-Tradition stark, und ohne Landes-Förderung hätte der Schloss-Tourismus nur schwachen Anschub - gab Grün eine bemerkenswert grundsätzliche Antwort: "Solange das Saarland besteht, wird auch dieses Schloss eine Landes-Liegenschaft sein." Meinung

Beruhigende Klarheit

Von SZ-Redakteurin Doris Döpke Gewiss, wir sind im Wahlkampf. Und Rainer Grün ist nicht nur Staatssekretär im Umweltministerium, sondern kandidiert zudem für das Amt des Regionalverbandspräsidenten. Doch am Donnerstagabend in Karlsbrunn wurde - nicht zuletzt dank der beharrlichen, genauen Bürger-Fragen - so konkret, so dicht an der Sache diskutiert, dass für Wahlkampf, Wahlversprechen und andere Wolkigkeiten kein Raum blieb. Das Wichtigste für die Bürger: Ihre Strukturwandel-Anstrengungen in Richtung Tourismus erfahren Unterstützung. Der Saarforst-Landesbetrieb - und damit das Land - engagiert sich in der Region. Nicht nur als Holzernter und Jagd-Verwalter, sondern darüber hinaus: als Tourismusförderer, Kultur- und Bildungs-Veranstalter. Eine Selbstverpflichtung, die für die Zukunft der Region viel bedeutet. Auf einen BlickDer Südflügel-Umbau wird auch einen Traum des Großrosseler Bürgermeisters Peter Duchene erfüllen: Ein Raum im Obergeschoss soll so her- und eingerichtet werden, dass er als "Hochzeitszimmer" (Planer Klaus Köehler) dienen kann. Im Saal darunter könnten die frisch Getrauten dann gleich nach dem Ja-Wort feiern. dd