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Karnevalisten feiern Jubiläum
Es begann mit einem spontanen Rosenmontagszug

Fesche Mädel, motiviert von den Zehenspitzen bis zum Federhut: Der Nachwuchs der Karnevalisten umrahmte die Jubiläumsfeier in Dorf im Warndt.
Fesche Mädel, motiviert von den Zehenspitzen bis zum Federhut: Der Nachwuchs der Karnevalisten umrahmte die Jubiläumsfeier in Dorf im Warndt. FOTO: BeckerBredel
Dorf im Warndt. 1963 schlug die Geburtsstunde der Warndtkater. Ab dann gab es kein Halten mehr in Dorf im Warndt Von Walter Faas

Die Warndtkater feiern Jubeljahr. Fünf mal elf – jetzt kommt die Warndtdorfmiez in ihre besten Jahre. Dem verheißungsvollen Auftakt mit närrischen Ehrungen folgt am Fetten Donnerstag Katers Kappensitzung.



Man muss kein Faasebooz sein, um bei den Warndtkatern eine Gänsehaut zu bekommen. Narrhallamarsch, aber volle Pulle! Eine Garde, aber hallo, lauter fesche Mädels, motiviert von den Zehenspitzen bis zum Federhut. Und ein Vereinsvorsitzender, Dirk Marmann, der stolz auf seine Warndtkater ist. „Begann alles mit einem spontanen Rosenmontagszug“, resümiert Marmann bei der Jubliäumsfeier, „im März 1963.“ Danach gab’s offensichtlich kein Halten mehr im Warndtdorf.

Liegt dieses doch im Epizentrum des Warndtwaldes, einer Region, die von der Faasenacht geprägt ist  wie kaum eine andere. Wie’s kommt? „Liegt vielleicht an der Grenzlage oder an den Hugenotten, keine Antwort“, hört der Reporter von den Peikler-Dolldoll-Hinnehott-Beele’s-­Braddlern, wie die Vereine auch nun alle heißen.

Ist ja auch wurst, zurück zu den Warndtkatern! Die gründeten sich am 28. April 1963: „Und schon schrieben sich 200 Mitglieder ein, für einen Ort mit 1100 Bewohnern nicht schlecht“, meldete die Presse. Erster Vorsitzender wurde Alfons Kiefer, erstes Prinzenpaar Heribert (in Vertretung Egon) und Christel, jeweils die ersten ihrer Zunft. „Wenn man Geburtstag feiert, gehört es sich, zu gratulieren und ein Geschenk mitzubringen“, sagt beim Festakt Judith Martini, Vizepräsidentin im Verband Saarländischer Karnevalisten, selbst eine Rosseler Doll Doll. Sie bescheinigt den benachbarten  Miezekatern- und -kätzchen aus dem Warndtdorf, „mit Enthusiamus, Engagement, Herzblut sich für den Erhalt und die Pflege des närrischen Brauchtums große Verdienste erworben zu haben.“

Schade, dass Werner Glas und Manfred Kost, zwei Gründungsmitglieder, aus gesundheitlichen Gründen ihre Orden nicht persönlich annehmen konnten. Dafür aber die dienstälteste Warndtkatze, Christel Schmidt, die ebenfalls seit über einem halben Jahrhundert dem Verein angehört und diesen sogar zwischen 1982 und 2009 als Vorsitzende geleitet hat. Darüber hinaus wurden geehrt Aglin Tabellion für ein mal elf Jahre Mitgliedschaft, Ursula Geisbauer und Ewald Geisbauer (zwei mal elf Jahre), Roman Sall und Guido Schmeer (drei mal elf Jahre). Darauf ein dreimal donnerndes Alleh Hopp! Nochmal Narrhallamarsch, nochmal Gänsehaut, dann Abtanzen bis zum Katerfrühstück. Und das ist alles nur der Anfang, feiern doch die Warndtkater am bevorstehenden Fetten Donnerstag ab 20.11 Uhr in der Mehrzweckhalle Dorf im Warndt ihr Jubiläum mit einer weiteren großen Kappensitzung. Tags darauf beteiligt sich der Verein am Rathaussturm in Großrosseln;  am Rosenmontag-Nachmittag findet dann der traditionelle Umzug statt.

Christel Schmidt, die dienstälteste Warndtkatze, mit Vereinschef Dirk Marmann.
Christel Schmidt, die dienstälteste Warndtkatze, mit Vereinschef Dirk Marmann. FOTO: BeckerBredel