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Erschreckende Bilanz bei Fahr-Anfängern

Völklingen/Warndt. In Völklingen, Großrosseln und Westsaarbrücken hat die Polizeiinspektion Völklingen im vergangenen Jahr exakt 1677 Verkehrsunfälle registriert, das waren fast 100 beziehungsweise 5,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Wobei vor allem der Rückgang der Unfälle mit Personenschäden um zehn Prozent auf 274 überproportional stark war Von SZ-Redakteur Peter Wagner

Völklingen/Warndt. In Völklingen, Großrosseln und Westsaarbrücken hat die Polizeiinspektion Völklingen im vergangenen Jahr exakt 1677 Verkehrsunfälle registriert, das waren fast 100 beziehungsweise 5,4 Prozent weniger als im Jahr davor. Wobei vor allem der Rückgang der Unfälle mit Personenschäden um zehn Prozent auf 274 überproportional stark war. Insgesamt verletzten sich bei diesen Unfällen 361 Personen und damit zehn Prozent weniger als 2007. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 15 Prozent auf 39, die der Leichtverletzten um zehn Prozent auf 318. Allerdings waren vier Verkehrstote zu beklagen, einer mehr als im Vorjahr. Vor allem der Unfall mit zwei jungen Toten Ende Oktober auf der Landstraße bei Velsen blieb in Erinnerung. Franz Josef Feld (Foto: bub), stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Völklingen, zeigte sich bei der Vorstellung der Unfallstatistik "bedrückt über die hohe Zahl und die schweren Folgen der Unfälle mit Fahrern von 18 bis 24 Jahren". Diese Gruppe verursache durch schnelles Fahren und Konsum von Alkohol und Drogen unverhältnismäßig viele Unfälle mit schwersten Folgen. Sie könnten meist nicht ermessen, welches Risko sie für sich eingehen und welches Leid sie über die Familien der Opfer und auch die eigene bringen. Feld, selbst Vater eines Heranwachsenden, würde die Null-Promille-Grenze für Fahranfänger einführen, wenn es in seiner Macht stünde. Alternativ sein Rat an alle Mitfahrer: "Niemals in ein Auto steigen, wenn der Fahrer getrunken hat." Insgesamt zeigte sich der Polizeihauptkommissar mit der Entwicklung des Unfallgeschehens zufrieden. Polizeiliche Aufklärung, aber auch viele Kontrollen mit Repressionen hätten zu der Entwicklung beigetragen. Erfreulicherweise gingen auch die Unfallfluchten um gut 17 Prozent auf 381 zurück (Aufklärungsquote 35 Prozent, das ist sehr hoch). Die Zahl der Unfälle mit Alkoholeinfluss sank um 13 Prozent auf 60. Alkohol war 2008 die fünfthäufigste Unfallursache, hinter falschem Abbiegen (15 Prozent), zu geringem Abstand (11 Prozent), Geschwindigkeit sowie Missachtung des Vorrangs oder der Vorfahrt. Besonders unfallträchtig waren der Kreisverkehr am Völklinger Amtsgericht (hier kümmert sich ein Gutachter um Abhilfe) und die Landstraße zwischen Völklingen und Püttlingen, wo es zu etlichen Wildunfällen kam. Auf der Karolinger Brücke und in Dieselstraße/Nordring krachte es in Baustellenphasen überdurchschnittlich oft. Diese Schwerpunkte sind inzwischen ja entschärft. An der Einmündung Ludweilerstraße/ Rotweg (Landstraßen 165/ 164) soll eine Ampel künftig Unfälle vermeiden helfen.



HintergrundEine Ampel an der Einmündung Rotweg/ Ludweilerstraße in Geislautern fordern Anwohner schon lange, um Staus zu mindern. Jetzt soll sie offenbar gebaut werden, um Unfälle zu vermeiden. Zuständig, auch als "Baulastträger", ist hier nach Auskunft des Völklinger Pressesprechers Uwe Grieger der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Das Gutachten, das dieser in Auftrag gegeben habe, liege der Stadt noch nicht vor. dd