Engere Kooperation angepeilt

Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Völklingen. Im SZ-Gespräch redet er zudem über die Tagesanlage Warndt und von erhofften Fördergeldern.

Die Räte gehen in die Sommerpause: Anlass, mit Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD zur Halbzeit des politischen Jahres Bilanz zu ziehen und Ausblick zu halten. Ein Punkt, der den Bürgermeister derzeit bewegt: In Zeiten leerer Kassen wollen Völklingen und Großrosseln enger zusammenrücken. Die Partner vereinbarten, dass sich eine Vollstreckungsbeamtin der Gemeinde Großrosseln auch um die Forderungen der Stadt Völklingen kümmert. Doch das Projekt wurde vom Landesverwaltungsamt aus juristischen Gründen abgelehnt. "Wir haben Widerspruch eingelegt", betont Bürgermeister Dreistadt im Sommergespräch mit der SZ. Er setzt auch im EDV-Bereich auf die Kooperation mit dem Nachbarn. Daten aus Großrosseln sollen in Völklingen mitgesichert werden.

Unzufrieden ist der Rathaus-Chef mit der Vermarktung der Tagesanlage Warndt. Durch eine Änderung des Bebauungsplans will man nun erreichen, dass sich Gewerbetreibende in dem Bereich ansiedeln, in dem sich Parkplatz, Pförtnergebäude und Kantine befinden. Außerdem sollen Vergnügungsstätten wie die geplante Eventhalle zugelassen werden. Die Bandbreite willkommener Betriebe ist vielschichtig. Sie reicht von der Gartenbaufirma bis zur Kfz-Reparaturwerkstatt. "Gespräche mit Unternehmen laufen", sagt Dreistadt.

Neben Geschäftsleuten will die Gemeinde Touristen locken. Dabei setzt man etwa auf den Nikolausweiher und auf die Nach-Kohle-Landschaft rund um den Absinkweiher St. Charles. Sie ist inzwischen zum Naturparadies geworden und soll für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Probleme bereitet dem Bürgermeister die angespannte Verkehrssituation in der Ortsmitte von Großrosseln . Die Verwaltung wird dem Gemeinderat vorschlagen, ein Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben.

Und wie sieht es mit der Leader-Förderung aus? Lange geplante Projekte in Großrosseln und Dorf im Warndt liegen auf Eis, bestätigt Dreistadt. Die EU-Mittel sind aufgebraucht. Gelder aus einem anderen Fördertopf könnten bei der Umsetzung helfen. Entsprechende Schritte wurden in die Wege geleitet.

Der Wunsch, mit Hilfe von Leader-Mitteln das Jagdschloss Karlsbrunn zu sanieren, hat sich nicht erfüllt. Der neu gegründete Zweckverband Regionalentwicklung Warndt wird sich jedoch weiter für die Immobilie einsetzen. Es geht um die Frage, in welchem Umfang sich das Land finanziell engagiert. Es gebe positive Signale, aber noch keine Zusagen, erklärt Dreistadt.

Großrosseln und die Völklinger Stadtteile Geislautern, Ludweiler und Lauterbach hoffen auch in Zukunft auf Leader-Unterstützung. In der nächsten Runde sollen Klarenthal, Wadgassen, Überherrn, Wallerfangen und Rehlingen-Siersburg mit ins Boot geholt werden. Als Leader-Region Warndt-Saargau will man mit dem Bliesgau, dem St. Wendeler Land und dem Kreis Merzig-Wadern um die acht Millionen Euro konkurrieren, die bis 2020 für das Saarland reserviert sind.