Elversberg siegt nach packendem Finale gegen Köllerbach

Fußball-Cup in Großrosseln : Elversberg siegt nach packendem Finale

Oberligist gewinnt Endspiel in Großrosseln im Elfmeterschießen gegen Köllerbach. Ein Treffer wird nicht anerkannt.

Den größten Aufreger beim Fußball-Sparkassen-Cup des SC Großrosseln gab es ganz zum Schluss. Das Finale zwischen Oberliga-Aufsteiger und Titelverteidiger SV Elversberg II und den Sportfreunden (SF) Köllerbach endete vor 300 Zuschauern nach der regulären Spielzeit 1:1. Der Oberligist war in der 58. Minute durch ein Eigentor von SF-Spielertrainer Florian Bohr, der eine scharfe Hereingabe von Gibriel Darkoui unfreiwillig über die Linie drückte, in Führung gegangen. Eine Viertelstunde danach gelang Valentin Solovej nach einem Querpass von Andrej Rupps der Treffer zum 1:1-Endstand.

Das Elfmeterschießen musste entscheiden. Hier führte Elversberg mit 4:3, als Köllerbachs Yacine Hedjilen zum Punkt schritt. Hedjilen lief an, stoppte ab und täuschte einen Schuss an. Erst danach bugsierte der 27-Jährige die Kugel ins Netz. Das vermeintliche 4:4 war gefallen. Doch dann verweigerte Schiedsrichter Christoph Busch dem Elfmeter-Treffer die Anerkennung und gab Hedjilen wegen Unsportlichkeit Gelb. Danach wurde der Strafstoß aber nicht, wie von allen erwartet, wiederholt. Es gab Diskussionen. Der Unparteiische blieb aber dabei: Keine Wiederholung des Elfmeters. Anschließend traf Elversbergs Manuel Wollbold zum entscheidenden 5:3 für den Titelverteidiger.

Der Frust bei Köllerbach war danach groß. „Was ist denn das für eine Kacke“, rief ein verärgerter Anhänger der Sportfreunde, während SF-Torwart Moritz Bohnenberger den Ball aus dem Netz holte und ihn wütend in die Luft drosch. Per Lautsprecher klärte die Turnierleitung wenig später auf. „Wenn der Schütze während des Elfmeters eine Unsportlichkeit begeht, wird er nicht wiederholt“, lautete die Durchsage. Diese Unsportlichkeit von Hedjilen bestand laut Regelwerk im Antäuschen des Schusses, einer sogenannten Finte.

Die Enttäuschung war bei Köllerbach schnell verflogen. Schon im Kreis, den die Spieler nach dem Schlusspfiff auf dem Feld bildeten, wurde wieder gelacht. „Wir sind ein anständiges Team, und wir akzeptieren das. Unser Gegner Elversberg kann da ja auch nichts dafür“, sagte Spielertrainer Florian Bohr. Seine Mannschaft sicherte sich nicht nur 1500 Euro Preisgeld für den zweiten Platz. Köllerbach gewann auch noch den mit 500 Euro dotierten Fair-Play-Preis.

„Ich bin sehr zufrieden mit unserem Abschneiden“, sagte Bohr. „Im Viertelfinale haben wir Gastgeber Großrosseln klar beherrscht. Im Halbfinale haben wir mit Jägersburg den Meisterschaftsfavoriten der Saarlandliga geschlagen, und im Finale haben wir gegen einen Oberligisten das Spiel ausgeglichen gestaltet.“ In der Runde der letzten Acht hatte Köllerbach Großrosseln mit 9:1 bezwungen. In der Vorschlussrunde gab es ein 4:3 nach Elfmeterschießen gegen Jägersburg.

Zufrieden war nicht nur Bohr, sondern natürlich auch SVE-Trainer Marco Emich. „Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg. Denn schließlich ist dieser Cup ein prestigeträchtiges Turnier“, erklärte der 45-Jährige, während sich seine Akteure ein paar Meter weiter jubelnd zum Siegerfoto posierten. Seine Jungs zeigten sich nervenstark. Denn schon vor dem Finale gewann der Titelverteidiger, der ein Preisgeld von 2500 Euro erhielt, alle seine Begegnungen im Elfmeterschießen. „Ich weiß nicht, ob es das schon mal gegeben hat“, meinte Emich lachend.

Die Spieler der SV 07 Elversberg 2 jubeln nach dem Sieg. Foto: Thomas Wieck

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