Ein Malermeister greift zur Schere

Die Ausstellung „Filigrane Arbeiten und Aquarelle“ des Malermeisters Willi Schissler im Rathaus Großrosseln läuft noch bis zum 6. Mai. Zu sehen ist Vielfältiges – vom Scherenschnitt bis zur Bleistiftzeichnung.

"Was man machen kann, soll man machen!" Ein Motto, das Malermeister Willi Schissler wohl zu den meisten seiner künstlerischen Arbeiten angetrieben hat. Nicht umsonst ist seine Ausstellung "Filigrane Arbeiten und Aquarelle ", die derzeit im Rathaus Großrosseln zu sehen ist, einerseits umfangreich, andererseits vielfältig. Ob Öltechnik, Aquarelle , Bleistiftzeichnungen, Intarsienarbeiten oder kalligrafierte Kalendersprüche - Schissler überzeugt.

"Nachbarhäuser", "Der Hahn vom Hof" oder etwa "Dame vom Ballett" heißen seine Arbeiten. Abwechslungsreich sind sie, ein Augenschmaus, bei dem man nicht genau weiß, wohin zuerst schauen. "Man muss mit offenen Augen durchs Land gehen", sagt Schissler, während er den Blick stolz durch die Ausstellungsräume schweifen lässt. Zur Eröffnung sind viele Menschen gekommen, Freunde, Künstlerkollegen, Interessierte. Ganz nah treten Besucher an die Bilder heran, um die filigranen Schnitte und Muster der Scherenschnitte genau erkennen und jedes Detail aufnehmen zu können.

Der Beruf hilft der Kunst

"Ich gucke mir immer alles ganz genau an und sehe so sehr viel. Das hab' ich immer schon gemacht!" Immer, das heißt auch früher, als Schissler noch in seinem Beruf gearbeitet hat und in viele Wohnungen Einblicke gewinnen konnte. "Da hat man sich so einiges eingeprägt, was man jetzt wieder auspacken kann in der Kunst."

Bürgermeister Dreistadt freut sich, Schissler in den Räumen des Rathauses zu begrüßen. Besonders die Scherenschnitte haben es ihm angetan.

"Inzwischen sind die Ausstellungen hier im Rathaus schon zu einer Art ‚Künstlertreff' geworden", sagt Dreistadt, bevor er das Wort an Schisslers Künstlerkollegen Norbert Klitzke übergibt. Der hält eine Laudatio auf den "begnadeten Anekdotenerzähler" Schissler und plaudert ein bisschen aus dem Nähkästchen. Dass Schissler während der Nachkriegszeit am Überherrner Bahnhof Kohlen geklaut hat, etwa. Oder dass er ihm ein Lehrmeister wurde, der "mit ruhiger Hand und viel Geduld jede kleinste Kurve meistert".

Schön fasst die Laudatio auf den Künstler zusammen, was den Menschen Willi Schissler ausmacht, und verleiht der Ausstellungseröffnung eine besondere Atmosphäre. Willi Schissler lacht und gibt zum Schluss - wie könnte es anders sein - eine seiner Anekdoten zum besten.

Die Ausstellung kann bis zum 6. Mai während der Öffnungszeiten der Gemeinde Großrosseln besichtigt werden.