Drei Tage lang wird gefeiert: Dorf im Warndt feiert seinen Geburtstag

Drei Tage lang wird gefeiert : Dorf im Warndt feiert seinen Geburtstag

Dorf im Warndt, 1938 als Mustersiedlung gegründet, feiert bald sein 80-jähriges Bestehen. Die 1530 Einwohner fühlen sich wohl im Ort.

Das Programm steht, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen. Helene Alleborn, die Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins Dorf im Warndt, hat mitgeteilt, dass die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Ortsjubiläum am Samstag, 23. Juni, mit einem Umzug beginnen. Los geht es um 17 Uhr. Im Park werden die neu aufgestellte Lore und die Sitzgarnitur eingeweiht. Um 18.30 Uhr folgt der Festkommers in der Mehrzweckhalle. Warndtknappenchor und Jugendorchester Großrosseln wirken mit.

Am Sonntag, 24. Juni, geht die Geburtstagsfeier weiter: Um 9 Uhr steht ein ökumenischer Gottesdienst in der Kirche auf dem Programm. Anschließend sorgen die Kabarettistin Jutta Lindner, der HeartChor Saar und die Showtanzgruppe des Karnevalvereins Die Warndtkater für Unterhaltung.

Während der zweitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten können sich die Besucher davon überzeugen, dass es sich im Warndtdorf gut leben lässt. „Die Ortsgemeinschaft ist intakt, die Vereine sind sehr aktiv“, versichert Ortsvorsteher Werner Hektor (SPD). Junge Familien fühlen sich in den energetisch sanierten Wohnungen der Werkssiedlung wohl, der Nachwuchs spielt im Kindergarten, die jungen Leute relaxen im Jugendzentrum. Freunde und Bekannte treffen die rund 1530 Einwohner in der Mehrzweckhalle oder im Heim der Arbeiterwohlfahrt.

Entspannen kann man auch in der Parkanlage. Kürzlich wurde das um- und ausgebaute Feuerwehrgerätehaus eingeweiht. Der Breitbandausbau fürs schnelle Internet ist ebenfalls abgeschlossen. Das alles macht das Wohnen attraktiv. Steht mal ein Haus zum Verkauf, erläutert Ortsvorsteher Hektor, findet sich schnell ein neuer Eigentümer. Meist handelt es sich dabei um junge Leute aus dem Ort.

In der relativ kurzen Geschichte des Dorfs gab es aber auch Rückschläge: Die Bergwerk- und die Schulschließung mussten verkraftet werden. Im Jahr 1936 begannen die Arbeiten in der nationalsozialistischen Mustersiedlung, im Frühjahr 1938 zogen die ersten Bewohner ein. Geplant war, für Saarbrücken eine Stadtrandsiedlung zu bauen. Untergebracht wurden dann aber vor allem Arbeiterfamilien der umliegenden Gruben und der Völklinger Hütte. Kleintierhaltung und Gartenbewirtschaftung waren Pflicht. Kaum hatten sich die Bewohner eingelebt, wurden sie evakuiert. Während des Krieges folgte der zweite Bauabschnitt. Zwischen 1962 und 1964 schufen die Saarbergwerke zusätzlich eine Werkssiedlung.

Wichtig für den Ort sind Kindergarten und Mehrzweckhalle. Foto: Thomas Annen
Schmuck und auf dem neuesten Stand der Technik: das um- und ausgebaute Feuerwehrgerätehaus. Foto: Thomas Annnen
Abkühlen am Brunnen in der Parkanlage – Franjo Karacic hat seinen Sohn David gerade vom Kindergarten abgeholt. Foto: Thomas Annen

1964 wurde Dorf im Warndt selbstständige Gemeinde. Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 ist der Ort Teil der Gemeinde Großrosseln. Mehrere Auszeichnungen gab es bei den Wettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ und „Die besten Kleinsiedlungen“. Anlässlich der 75-Jahr-Feier erschien 2013 eine umfangreiche Dorfchronik.

Mehr von Saarbrücker Zeitung