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Dominik Jochum tritt für die CDU an
34-Jähriger will das Rathaus erobern

 Dominik Jochum.
Dominik Jochum. FOTO: Michael Büch
Großrosseln. Dominik Jochum (CDU) will Bürgermeister in Großrosseln werden. Wichtige Themen sind für ihn die Sicherheit und die Rosseltalbahn. Von Markus Saeftel

Die CDU setzt im Bürgermeister-Wahlkampf in Großrosseln auf einen jungen Kandidaten: Dominik Jochum ist gerade mal 34 Jahre alt und will Amtsinhaber Jörg Dreistadt (SPD), 65, beerben, der aus Altersgründen nicht mehr antreten darf. Jochum, der in der Völklinger Saarstahl-Schmiede arbeitet, will „Missstände“ beheben. Hier nennt er an erster Stelle die „Grenzkriminalität“ und das Unsicherheitsgefühl der Bürger. In Naßweiler habe es Raubüberfälle auf Spielcasinos gegeben, aber auch auf dem Marktplatz von Großrosseln. Manche Bürger würden deshalb in der Gemeinde nicht mehr einkaufen. Doch was kann Jochum als Bürgermeister, wenn er gewählt wird, für mehr Sicherheit tun? Jochum sagt, er würde mehr Polizeipräsenz einfordern und auch mit den Geschäftsleuten reden, ob sie Sicherheitsleute engagieren wollen. Allerdings ist die Zahl der Straftaten in Großrosseln 2017 gegenüber dem Vorjahr deutlich von 402 auf 353 gesunken. So steht es in der Polizeistatistik. Im Ortsteil Naßweiler ging sie besonders stark zurück, während sie im Ortsteil Großrosseln konstant blieb. Bei der Gewaltkriminalität, dazu zählen Raub und gefährliche Körperverletzung, sank die Zahl von 24 Fällen im Jahr 2016 auf 20, doch nur sieben Fälle konnte die Polizei laut der Statistik aufklären. In Großrosseln ist tagsüber ein Polizeiposten besetzt, abends müssen die Kollegen der Völklinger Inspektion ausrücken.


Jochum ist fest in der Gemeinde verwurzelt. Er ist Chef des Fußballvereins SC Großrosseln und engagiert sich im Vorstand des Karnevalsvereins Doll-Doll. Die örtlichen Fußballvereine in Naßweiler, Dorf im Warndt und Emmersweiler will er unterstützen, damit sie ihre Hartplätze sanieren können. Neben Zuschüssen der Sportplanungskommission müsse die Gemeinde hier jeweils einen Eigenanteil leisten. Dieses Geld – 125 000 Euro für die drei Plätze –  steht nach Angaben des Kämmerers Daniel Albert im Investitionsplan bis 2021 bereit. In diesem Jahr soll der Platz in Emmersweiler saniert werden.

Dominik Jochum setzt sich auch dafür ein, dass die Rosseltalbahn wieder von Saarbrücken über Fürstenhausen nach Großrosseln fährt. „Sie soll ins Zentrum fahren, nicht nur bis Velsen“, sagt Jochum. Deshalb ist er dagegen, die Bahngleise im Ortszentrum zu entwidmen, wie es Amtsinhaber Dreistadt plant.



Die Strecke ist seit 2006 stillgelegt, Personenzüge fahren dort seit über 40 Jahren nicht mehr. Jochum rechnet mit Gesamtkosten von maximal zehn Millionen Euro unter anderem für neue Haltepunkte und hofft auf finanzielle Unterstützung des Landes. Flächen im Zentrum, die der Gemeinde gehören, will er als Parkflächen nutzen. Jochum glaubt: Wenn die Züge wieder fahren, werde die Hauptstraße vom Verkehr deutlich entlastet.