Doch noch Hoffnung für die Linde

St. Nikolaus. Seit der St. Nikolauser Pastor Lothar Stoffel eine 80 Jahre alte Linde vor der Kirche kappen ließ (die SZ berichtete), ragt statt prächtiger Äste nur noch ein karger Baumtorso in den Himmel. Einige Dorfbewohner fragen sich nun, was mit den Überresten des Baums passieren soll und wandten sich auch an unsere Zeitung

St. Nikolaus. Seit der St. Nikolauser Pastor Lothar Stoffel eine 80 Jahre alte Linde vor der Kirche kappen ließ (die SZ berichtete), ragt statt prächtiger Äste nur noch ein karger Baumtorso in den Himmel. Einige Dorfbewohner fragen sich nun, was mit den Überresten des Baums passieren soll und wandten sich auch an unsere Zeitung. Herbert Thiel, Ehrenvorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins St. Nikolaus, hat die Anlage um die Kirche jahrelang gepflegt. Er weiß nicht genau, wie es um den Baum steht: "Ich denke, dass der Baum lebt, so schnell sterben Linden nicht. Bisher konnte man beobachten, dass er wieder ein wenig austreibt." Er hofft also, dass der Baum sich noch mal erholen wird. Durch die Sägearbeiten an der Linde wurde das beschauliche Dörfchen für eine Weile in Aufruhr versetzt. Das Ganze soll nach Aussage des Pastors veranlasst worden sein, weil "Gefahr im Verzug" vorgelegen habe. Der Baum habe während des Februar-Orkans Xynthia Astbrüche erlitten, die die Bewohner eines benachbarten Hauses beunruhigten. Andere Bürger sahen es anders. Öffentlich wurde diskutiert, ob die Sägearbeiten legal seien und man die Brut- und Setzzeit der Vögel beachtet habe, sprach gar von einem "Frevel". Viele riefen deshalb im Pfarrbüro an. Auch die SZ hat nochmal nachgefragt. "Ich kann im Moment nur sagen, dass es, was die Linde betrifft, wieder einigermaßen still geworden ist, auch wenn die Gerüchteküche vielleicht immer noch brodelt. Zu allem Weiteren möchten wir uns erst äußern, wenn unser Pastor, um den es ja hauptsächlich geht, wieder genesen ist", so Gemeindereferentin Karin Müller-Bauer. Der sei nämlich derzeit krankgeschrieben. bub