Die Firma bleibt in Großrosseln

Großrosseln. Vor über 25 Jahren zogen Liane Tilly-Balz (53) und ihr Ehemann Horst Balz von Naßweiler nach Großrosseln. Die bessere Versorgung mit Geschäften und Schulen gab damals den Ausschlag für den Wohnortwechsel. 1988 machte sich die promovierte Geologin mit einem Ingenieurbüro selbständig. Das Büro ist heute Teil des Labors für Beprobung und Anwendungsentwicklung (LBA)

Großrosseln. Vor über 25 Jahren zogen Liane Tilly-Balz (53) und ihr Ehemann Horst Balz von Naßweiler nach Großrosseln. Die bessere Versorgung mit Geschäften und Schulen gab damals den Ausschlag für den Wohnortwechsel. 1988 machte sich die promovierte Geologin mit einem Ingenieurbüro selbständig. Das Büro ist heute Teil des Labors für Beprobung und Anwendungsentwicklung (LBA). Das Großrosseler Unternehmen untersucht Baugrundstücke, Gebäude und Deponien auf Schadstoffe und entwickelt Sanierungskonzepte. Vom Wohnzimmer bis zur Arbeit ist es nur ein Katzensprung, die Büroräume befinden sich in der ehemaligen Werkstatt des Hauses nebenan. "Ich habe die gute Nachbarschaft schätzen gelernt", betont Liane Tilly-Balz. Erst als die erkundungsfreudige Hündin Antra im vergangenen Jahr zur Familie stieß, wurde im Garten ein Zaun gebaut. Eine Tür zum Nachbargrundstück durfte natürlich nicht fehlen. "Sie ist nie abgeschlossen", versichert Tilly-Balz und berichtet von den gemeinsamen Feiern. Auch die beiden Söhne Timo (18) und Dominik (15) fühlen sich in der Emmersweilerstraße wohl. Zwischenzeitlich spielte die Unternehmerin mit dem Gedanken, den Firmensitz zu verlegen. In einer größeren Stadt, so ihre Überlegung, gäbe es bessere Entwicklungschancen. Nicht zuletzt aufgrund des schnellen Strukturwandels nach dem Bergbau fiel die Entscheidung aber für Großrosseln. Im Zentrum für erneuerbare Energien auf der ehemaligen Grube Warndt hat die Unternehmerin Büroräume gemietet, um Umweltseminare anzubieten. "Wir bleiben in Großrosseln", ist sich die Geschäftsfrau heute sicher. Liane Tilly-Balz ist Vorsitzende des Gemeindemarketings und des Gewerbevereins. Anfang des Jahres organisierte das Gemeindemarketing den Warndt-Auftritt bei der Saarbrücker Reisemesse. Und für den Sommer planen beide Vereine eine Energiesparmesse. Trotz der Erfolge legt Tilly-Balz die Hände nicht in den Schoss. Sie weiß, wo noch der Schuh drückt. Ein Beispiel: Tilly-Balz wünscht sich eine bessere Vernetzung des Personennahverkehrs - etwa durch die Reaktivierung der Gleise der Rosseltalbahn. "Es macht besonderen Spaß, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu fördern", betont Tilly-Balz. Sie schätzt die Lebensart der Nachbarn. Ihre Mutter stammt aus Frankreich, immer wieder besucht die Familie dort ihre Verwandten. Nach Feierabend entspannt Tilly-Balz auch gern bei den Yoga- und Tai Chi-Kursen des Turnvereins Emmersweiler. Und im Urlaub greift sie schon mal zum Pinsel und bringt ihre Impressionen zu Papier.