Die Durststrecke im Warndt-Derby hält seit mehr als neun Jahren an

Die Durststrecke im Warndt-Derby hält seit mehr als neun Jahren an

Der SV Karlsbrunn und der SC Großrosseln tun sich zu Beginn der Saison in der Fußball-Verbandsliga schwer. Morgen treffen sie um 16 Uhr aufeinander. Das Warndt-Derby soll für einen der Clubs den Wendepunkt bringen.

In der Fußball-Verbandsliga steht morgen das Warndt-Derby an. Für Gastgeber SV Karlsbrunn und den SC Großrosseln sind die Voraussetzungen vor dem Duell um 16 Uhr einerseits ähnlich - beide haben mit vier Zählern aus fünf Partien einen mäßigen Start hingelegt. Andererseits dürfte Karlsbrunn nach dem ersten Saisonsieg, dem 4:2 (1:2) am Sonntag bei Aufsteiger SSV Pachten, in Sachen Selbstvertrauen die Nase vorne haben. Dem "Ciftci-Effekt" sei Dank.

Mit einem Viererpack feierte Roni Ciftci, der kurzfristig von US Forbach verpflichtet worden war, ein tolles Debüt. Wermutstropfen: Spielertrainer Manuel Haag sah die Rote Karte. Das Derby wird er verpassen. "Das ist schade, aber leider nicht zu ändern", sagt Haag, der optimistisch ist: "Ich vertraue den Jungs. Wir haben nach der Rückkehr einiger Spieler wieder mehr Optionen. Ich bin guter Dinge, dass uns nach zig Spielen wieder ein Sieg gegen Großrosseln gelingt."

Für den SV Karlsbrunn wäre es das Ende einer mehr als neun Jahre anhaltenden Durststrecke. Am 20. Mai 2007 gewann er in Großrosseln nach 1:2-Rückstand mit 6:2 - und schickte den SC in die Bezirksliga. Seitdem wartet Karlsbrunn auf einen Sieg: In acht Spielen gab es sieben Niederlagen. Einzig im Rückspiel der Saison 2014/2015 gab es beim 2:2 einen Punktgewinn.

Während Karlsbrunns Formkurve aber scheinbar pünktlich zum Derby ansteigt, kam es für Großrosseln und speziell den neuen Trainer Alexander Stamm am Samstag ganz bitter: An seinem 34. Geburtstag unterlag seine Mannschaft dem SV Wahlen-Niederlosheim zuhause mit 1:4 (1:2) - noch dazu am eigenen Dorffest. Zudem kassierte Rigo Cesornja die Rote Karte.

Doch auch Stamm denkt positiv. Er ist guter Dinge, dass die mehr als neun Jahre andauernde Erfolgsserie in Derbys gegen Karlsbrunn anhält. Er habe setzt auf den Derby-Effekt. "Ich bin ja praktisch Neu-Rosseler, merke aber schon die Bedeutung des Spiels. Es gibt da einige Querverbindungen. So ist Karlsbrunns Vorsitzender Heinz Gorius der Schwiegervater unseres Mittelfeldspielers Sebastian Spang. Ich glaube daher, dass die Mannschaft da noch eine Schippe drauflegt", sagt Stamm.

Gorius sagt: "Großrosseln ist es im Gegensatz zu uns immer gelungen, das Spiel als Derby zu nehmen. Ich hoffe, dass das diesmal anders aussieht." Den letzten Sieg hat der SV-Vorsitzende noch genau im Kopf. "Wir wären damals bei einer Niederlage ebenfalls abgestiegen, lagen vor 750 Zuschauern sogar 0:1 und 1:2 zurück. Es war seinerzeit das letzte Spiel unseres Trainers Markus Kneip. Damals stand bei uns noch Eric Leismann mit seinen 40 Jahren im Tor, weil unser Stammtorwart Sascha Persico im vorherigen Spiel die Rote Karte gesehen hatte", erinnert sich Gorius.

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