Die Bürger haben sich viel vorgenommen

Die Bürger haben sich viel vorgenommen

Die schwüle Hitze am Freitagabend schreckte die engagierten Bürger nicht. Rund 30 Leute trafen sich im Emmersweiler Sporttreff, um über die Zukunft des Ortes zu reden – und auch Handfestes dafür zu tun.

Ein hartes Stück Arbeit wartet auf die Emmersweiler Bürger . Denn nachdem man sich im Großrosseler Ortsteil kürzlich zu einem Bürgerforum getroffen hatte (wir berichteten), stand am Freitagabend ein erstes Findungstreffen an. Bei der Zusammenkunft im Sporttreff, zu der etwa 30 Bürger kamen, sollten die beim Bürgerforum besprochenen Punkte für die Aufwertung des Dorflebens konkretisiert werden. Und man wollte Arbeitsgruppen bilden.

Nur nicht in der Theorie bleiben

"Damit wir ein bisschen besser vorwärts kommen", wie es Anja Answeiler formulierte. Die stellvertretende Ortsvorsteherin moderierte die Veranstaltung jedoch ausdrücklich nicht als Mitglied des Ortsrates, sondern als Bürgerin und "Kümmererin". Denn die Veränderungen, die man anstoßen will, sollen direkt aus der Bürgerschaft kommen. Die Punkte, die beim Bürgerforum auf besonders viel Resonanz stießen, hatte sie auf A 3-Blätter aufgeschrieben. Zu diesen sollten nun Unterpunkte erarbeitet und Aufgaben verteilt werden, "damit man nicht so in der Theorie bleibt".

Und so steckten die Anwesenden in Gruppen mit verschiedener Stärke die Köpfe zusammen. Beim Punkt "Familie, Jugend, Senioren" beispielsweise kam man zum Schluss, einen Umfragebogen zu erstellen. Hierin soll die Emmersweiler Bevölkerung durch direkte Befragung beispielsweise erläutern, warum, wieso und wie man sich wünscht, in dem Dorf einen Laden für den täglichen Bedarf zu bekommen. Auch soll dabei unter anderem klar werden, ob für Ältere ein direkter Ansprechpartner von Vorteil ist. Auch die Punkte Infrastruktur und demografischer Wandel sollen zur Sprache kommen. "Wir wollen erst mal nachfragen, ob überhaupt Interesse besteht", sagt Rudolf Speicher.

Beim Punkt "Infrastruktur verbessern" wurde klar: Viele Emmersweiler finden die Infrastruktur ziemlich unzureichend. Man könne versuchen, eine bessere Verbindung zwischen der benachbarten französischen Region und Emmersweiler zu schaffen, erklärte Reinhild Weiß-Scholz. So müsse man an der Haltestelle am Wertstoffhof der französischen Nachbargemeinde nochmals extra bezahlen, wenn man die Grenze übertritt. Weitere Ideen sind das Einrichten einer Mitfahrzentrale, etwa durch eine Facebook-Gruppe, oder die touristische Erschließung der stillgelegten Bahnstrecke nach Saarbrücken. Auch sucht man das Gespräch mit der Bus-Firma Baron, um einen besseren Linienverkehr für den Ort zu bekommen.

Helfer für die Kirmes gesucht

Zum Punkt "Gutes erhalten und unterstützen" einigte man sich darauf, die Durchführung der Kirmes besser in den Griff zu bekommen. Durch das Suchen weiterer Helfer solle unter anderem Organisation und Aufbau leichter von der Hand gehen. Hier wolle man auch die Jugend verstärkt mit ins Boot nehmen.

Einen ganz konkreten Termin hat bereits die Gruppe "Treffpunkt schaffen" vorzuweisen. So trifft man sich am Samstag, 22. August, 8 Uhr, an der ehemaligen Schule. Von dort aus möchte man sich um den Grünschnitt am Feuerwehrgerätehaus und um das Dorfkreuz herum kümmern. In zwei Gruppen mäht man den Rasen oder schneidet die Hecken. "Das ist unser erster Schritt zur Verschönerung des Ortes", sagt Hanne Schwarz. Die ganze Gruppe plädierte dafür, in kleinen Schritte voranzugehen. "Damit man sieht, dass etwas passiert", erläuterte Hanne Schwarz.

Der nächste Bürgerstammtisch findet am Freitag, 13. November, 19 Uhr, im Sporttreff statt.

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