Der neue Rathaus-Chef in Großrosseln setzt auf den Sicherheitsbeirat

Großrosseln : Der Neue setzt auf den Sicherheitsbeirat

Dominik Jochum (CDU) wird am Sonntag ins Bürgermeisteramt in Großrosseln eingeführt.

Er hat Respekt vor dem Bürgermeisteramt, freut sich aber sehr, wenn es am 1. Oktober endlich losgeht: Dominik Jochum (CDU) zieht nächste Woche ins Großrosseler Rathaus ein und ist mit 35 Jahren nach eigenen Angaben der jüngste Bürgermeister im Saarland. Er folgt Jörg Dreistadt (SPD), der seit 2011 Verwaltungschef war. Jochum verspricht einen reibungslosen Wechsel: „Die Übergabe läuft sehr gut.“ Dreistadt habe ihn in den vergangenen Wochen zu vielen wichtigen Terminen mitgenommen, auch Gespräche in der Verwaltung habe er schon geführt. Zum Start seiner Amtszeit verspricht er: „Ich werde hier nicht alles umwerfen und mir die Zeit nehmen, die Verwaltungsstrukturen kennenzulernen.“

Was will er in Großrosseln bewegen? „Sicherheit und Sauberkeit sind wichtige Themen. Da will ich drangehen“, sagt Jochum im Redaktionsgespräch. Die SZ hatte im März berichtet, dass zumindest 2017 die Zahl der Straftaten in der Gemeinde auf 353 gesunken war, im vergangenen Jahr waren es nach Angaben der Völklinger Polizei 346 Straftaten. Jochum sagt: „Jeder, der dort wohnt, merkt, dass die Kriminalität nicht gesunken ist.“ Es gebe ein großes Unsicherheitsgefühl. Außerdem sei die Polizei weniger präsent als früher. „Ich gebe der Polizei aber nicht die Schuld“, sagt der CDU-Politiker. Er will nun den Sicherheitsbeirat wiederbeleben. Dort sollen neben Vertretern der Polizei, Politik und Verwaltung vor allem die Bürger zu Wort kommen. Nach seinen Angaben gibt es insbesondere Probleme in Naßweiler und im Großrosseler Zentrum. Die Polizei berichtet, dass es im vergangenen Jahr alleine 43 Straftaten in Naßweiler gegeben habe, darunter ein Raub und zwei Fälle von räuberischer Erpressung. Vor allem Casinos würden überfallen und die Täter dann über die nahe Grenze nach Frankreich flüchten.

Gut findet Jochum, dass der Aldi-Markt im Zentrum einen Sicherheitsdienst einsetze. Andere könnten diesem Beispiel folgen, meint er. Jochum kündigt auch an, dass er mit Innenminister Klaus Bouillon über die Sicherheitslage in der Gemeinde reden wird. Wenn es um die Sauberkeit geht, will der neue Bürgermeister die Großrosseler sensibilisieren, Müll nicht achtlos wegzuwerfen. Die Stadt Völklingen versucht das zurzeit mit einer Müllkampagne. Auch Jochum kann sich das für Großrosseln vorstellen.

Der Christdemokrat will sich – wie er im Wahlkampf angekündigt hatte – auch dafür einsetzen, dass die Rosseltalbahn reaktiviert wird und bis ins Großrosseler Zentrum fährt. Aber der Bahnhof ist in Privatbesitz. Deshalb plädiert Jochum nur für einen Haltepunkt. Flächen für Parkplätze gebe es im Zentrum. Nach Angaben der Initiative „Plattform Mobilität SaarLorLux“ seien auf der Strecke von Saarbrücken bis Großrosseln Investitionen von zehn Millionen Euro nötig, berichtet Jochum. Hier hofft er auf Zuschüsse vom Land. Auch in Velsen solle es einen Haltepunkt geben. Dass neben der dortigen Müllverbrennungsanlage jetzt der Entsorgungsverband Saar ein Biomassezentrum bauen will, macht Jochum wegen der steigenden Verkehrsbelastung Sorgen. Er plädiert für Gespräche mit der Landesregierung, ob wegen des steigenden Lkw-Verkehrs in den Straßenausbau investiert wird. Die Kommunen Völklingen, Saarbrücken und Großrosseln müssten an einem Strang ziehen und das Gespräch mit dem Land suchen.

Am Sonntag, 29. September, wird um 10.30 Uhr in der Rosseltalhalle mit einem Festakt der bisherige Amtsinhaber Jörg Dreistadt verabschiedet und Dominik Jochum zum Bürgermeister ernannt.

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