Der "Leuchtturm" ist fast fertig

Karlsbrunn/Saarbrücken. "Es ist Gefahr im Verzug", sagt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Noch ehe die Studie ganz fertig ist, die sich im Auftrag des Regionalverbandes Saarbrücken mit der Umgestaltung des Karlsbrunner Jagdschlosses zum "Kulturlandschaftszentrum" für den Warndt befasst, droht das Geld für das Projekt abhanden zu kommen

Karlsbrunn/Saarbrücken. "Es ist Gefahr im Verzug", sagt Regionalverbandsdirektor Peter Gillo. Noch ehe die Studie ganz fertig ist, die sich im Auftrag des Regionalverbandes Saarbrücken mit der Umgestaltung des Karlsbrunner Jagdschlosses zum "Kulturlandschaftszentrum" für den Warndt befasst, droht das Geld für das Projekt abhanden zu kommen. Die Landesregierung hat die Summe für den Umbau des Schloss-Südflügels, die sie versprochen und bereits in den Haushalt eingestellt hatte, Ende 2010 wieder kassiert, dem Sparen zuliebe. Und Gutachter haben empfohlen, den Warndt künftig nicht mehr aus dem europäischen Leader-Programm zu fördern (siehe "Hintergrund"). Dagegen wendet sich Gillo. Seine Forderungen, kurz und knapp: "Der Warndt muss in der Leader-Förderung bleiben." Und: "Das Land muss sich erinnern, welche Zusagen 2009 gemacht wurden."Er sei "entsetzt", sagt er, dass man ausgerechnet jetzt dem Warndt das Leader-Geld streichen wolle. Denn das "Leuchtturmprojekt", das die Gutachter vermisst hätten, liege nun vor, als diskussionsreifes Konzept. Im geplanten Karlsbrunner Kulturlandschaftszentrum könnten Tourismus und Naherholung, ökologische Waldwirtschaft und Energiewende und nicht zuletzt der grenzüberschreitende Charakter der Region Thema werden, anschaulich, sichtbar, greifbar. Das historische Schloss selbst werde dadurch so aufgewertet, wie es diesem "bedeutenden Kulturdenkmal" zukomme. Es gehört dem Saarforst-Landesbetrieb; "aber ich weiß nicht, ob dem Land wirklich klar ist, welch eine wertvolle Immobilie es da hat", sagt Gillo.

Das Konzept: Ein Zweckverband soll entstehen, in dem sich das Land und Saarforst, der Regionalverband und die Kommunen Großrosseln und Völklingen zusammenschließen, später noch weitere Partner, auch aus Frankreich. Der Zweckverband soll das Schloss pachten, mit Landes- und Leader-Hilfe ausbauen und dann "bespielen". Seminare und Kongresse, Ausstellungen und Museales, Pädagogisches und Touristisches sollen die Besonderheit und Identität der Warndt-Landschaft zeigen und stärken: hier Wald und Grün, dort Industrie, innig verflochten, und das grenzüberschreitend. Einzigartig, sagt Gillo. Und eben deshalb unbedingt förderungswürdig.

Hintergrund

Das Leader-Programm der Europäischen Union (EU) dient der Entwicklung im ländlichen Raum. Im Saarland erhalten Bliesgau, Warndt und St. Wendeler Land Leader-Förderung. Im Warndt, in dem klassische Landwirtschaft fehlt, kam der Leader-Prozess erst in Schwung, nachdem die Förderrichtlinien der regionalen Lage angepasst worden waren. Inzwischen haben die Leader-Aktivitäten im Warndt stark zugenommen. dd