Der Blick in den Steinbruch ist manche Wegesmühe wert

Der Blick in den Steinbruch ist manche Wegesmühe wert

Die Ferien gehen erst in der nächsten Woche zu Ende. Wohin am Wochenende? Wer sich ein wenig Zeit nimmt, die nahe Umgebung zu erkunden, kann auch um diese Jahreszeit Schönes entdecken – zum Beispiel im Warndt

Der Warndt ist mehr als nur einen Spaziergang wert. Wenn man ein wenig Zeit hat, lohnt es sich sehr, die südlichen Gefilden rund um Großrosseln und Karlsbrunn zu erkunden. Erste Station ist das Karlsbrunner Jagdschlösschen. Danach bietet sich ein kurzer Abstecher zum nahen St. Nikolausweiher an. Vorbei am St. Nikolaus-Kreuz und an der ehemaligen St. Nikolauser Mühle - neben einer vom Bergwerk Ensdorf stammenden Kohlenlore informiert eine Tafel über ihre Geschichte - kann man den Weiher umrunden. Der attraktive Uferbereich belohnt das Kommen. Mächtige Baumwurzeln entführen in eine verwunschen wirkende Waldwelt. Das Blockhaus, ein bekanntes Restaurant, lädt danach zum Verweilen ein, bevor es zurück nach Karlsbrunn geht. Von dort aus kommt man - vorbei am Wildpark - zur Freyminger Carrière (auf Deutsch: Steinbruch) Barrois, benannt nach dem französischen Geologen Charles Barrois (1851 - 1939). Aber Vorsicht: Auch wenn es sich um gut ausgebaute Waldwege handelt, empfiehlt es sich, die richtigen Schuhe anzuziehen. Die "nur" zweieinhalb Kilometer lange Strecke durch attraktive Waldlandschaft führt ständig bergauf. Und die Beschilderung hilft auch nur denen, die sich ohnehin auskennen. Also immer geradeaus, und wenn dann nach verschiedenen Kreuzungen und Gabelungen wieder die Hinweistafel "Carrière" auftaucht, ist man schon fast am Ziel. Nach 200, 300 Metern steht man vor der Plattform, die einen weiten Blick über den imposanten "Canyon" bietet. Kleine Seen, wilde Felsformationen aus rotem und gelben Buntsandstein, ein mächtiges Tal - man wähnt sich in einer fremden Welt. Wer will, kann in einer weiteren Etappe diese wild-romantische Schluchtenlandschaft von der französischen Seite her begehen. Hinweise findet man dazu auf der Internetseite der Kommune Freyming-Merlebach. Das grandiose Naturerlebnis entweder aus der saarländischen Vogelperspektive oder aus der lothringischen Froschperspektive entschädigt für manche Wegesmühe. Auf dem Rückweg kann man Station an der Blockhütte beim Parkplatz machen. Das Holzhäuschen mit seinem ganz eigenen Flair ist Kult, und ein Stopp hier ist "Pflicht".

Auch Radfahrer und Mountain-Biker haben hier ihre helle Freude. Und auf dem Fahrradsattel lassen sich leicht auch größere Etappen in Angriff nehmen.

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