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Das Picknick reift langsam heran

Großrosseln. Schulkinder pflanzen 60 Obstbäume am Wanderweg Schäfertrail in Großrosseln. Frank Bredel

Dolleseppler, Kaiser Wilhelm und die Gute Graue treffen sich auf einer Wiese oberhalb Großrosselns in einer Schleife eines bekannten Wanderweges, des Schäfertrails. Und sie haben noch 57 Verwandte dabei. Was sich nach einem illustren Stelldichein anhört, vollzieht sich in aller Stille und ist trotzdem etwas Besonderes. 60 Obstbäume unterschiedlichster Sorten mit teilweise klangvollen Namen wurden von einer bundesweit agierenden Umweltstiftung gesponsert und im Mühlental gepflanzt.



Trotz des Anspruchs, eine Streuobstwiese darzustellen, stehen die Bäume zwar in Reih und Glied, doch seit gestern sind sie beschriftet. Kinder der Nachmittagsbetreuung "Pfiffikus" haben die Namen der alten Kirsch-, Apfel- oder Birnensorten auf Tontöpfchen geschrieben und diese innen mit Stroh befüllt. Dort sollen sich Ohrenschleifer wohlfühlen, die Insekten bauen dort ihr Nest und fressen mit Vorliebe Blattläuse. Die Kinder haben die Töpfchen aufgehängt, jetzt müssen nur noch die Bewohner, wie geplant, einziehen. Dann sind die Bohnenäpfel, Süßkirschen, Butterbirnen, Ontarioäpfel, Schnapsbirnen oder Philippsbirnen auf natürliche Weise vor Schädlingen geschützt. Der Regionalverband hat die Wiese zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt, die Jägerschaft und der Obst- und Gartenbauverein werden die Obstbäume pflegen. Das Obst, sofern die Bäume in einigen Jahren tragen, wird der Allgemeinheit gehören.

Wer immer etwas ernten will, der kann dies tun, sagt Markus Siersdorfer vom Regionalverband. Denn die Obstwiese im Mühlental ist und bleibt eine offene Obstwiese, der Wanderweg des Schäfertrails führt direkt an den Bäumen vorbei, auch eine Bank zum Ausruhen gibt es. Und vielleicht gibt es irgendwann das Picknick gratis und frisch vom Baum. Dann wird es bei 60 Sorten schwer sein, sich zu entscheiden.

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