Das musikalische Großprojekt wollten viele hören

Das musikalische Großprojekt wollten viele hören

Mit Unterstützung zweier weiterer Chöre gab der Rosseler Kirchenchor Cäcilia am Sonntag ein musikalisch ambitioniertes Konzert. Die katholische Pfarrkirche St. Wendalinus in Großrosseln war sehr gut besucht.

Düster erscheint der Titel "Konzert zu Tod und Ewigkeit" auf den ersten Blick. Zu einem solchen Konzert hat der Kirchenchor Cäcilia Großrosseln am Sonntagabend in die Kirche St. Wendalinus eingeladen. Aber Gabriel Faurés Requiem in der Fassung für Chor und Orgel, das im Mittelpunkt steht, ist so düster gar nicht. "Es passt genau in diese herbstliche Zeit", sagt Zuhörer Paul Bechtel in Vorfreude auf das Konzert im gut besuchten Kirchenschiff, "zumal der November kurz bevorsteht, der Monat der Trauertage." Ehe der Chor - unterstützt vom Kirchenchor Fremersdorf und dem Chor der Pfarrei Herz Mariae St. Ingbert - ansetzt zum Requiem, gibt es getragene Posaunenmusik. Vier Studenten der Musikhochschule Saar - Max Sokoki, Jonas Jung, Liam O'Mahony und David van der Auwera - haben Choräle von Johann Sebastian Bach auf ihren Notenpulten. "Die Bach-Choräle habe ich gezielt ausgewählt als Kontrapunkt zum Fauré-Requiem", sagt Konzertleiter Simon Graeber in seiner Vorrede. Zwischendrin werden (Choral-)Texte zum Thema Tod und Ewigkeit vorgetragen, wie "Komm, süßer Tod".

Im Hauptteil begleitet Jonas Abel die Chöre auf der Orgel. Die Gesangssprache ist nun Latein. Eine Übersetzung gibt es im Programmheft, ebenso Wissenswertes zum Komponisten und seinem Schaffen. So erfährt man etwa, das Faurés Requiem in mehrerlei Hinsicht von der traditionellen Totenmesse abweicht: Im Gegensatz zum traditionellen Ablauf der Messe verzichte Fauré auf eine dramatisierende Darstellung des "Dies irae" ("Zorn Gottes") und beschränke sich bei der Vertonung auf dessen letzten Vers, das "Pie Jesu" ("Gütiger Jesus") - also eine sanftere Requiem-Konzeption als üblich.

Im "Pie Jesu" tut sich Karline Cirule als Sopran-Solistin hervor. Und Elia Merguet (Bariton) beeindruckt bei "Domine Jesu Christe" und "Libera Me".