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Chemisch rein aus dem Hahn

Ludweiler/Großrosseln. Einfach den Hahn aufdrehen und gutes, sauberes Trinkwasser zapfen - für uns selbstverständlich. Nicht aber für unsere Vorfahren. Im Warndt gibt es erst seit 100 Jahren eine öffentliche Wasserversorgung. Der Wasserzweckverband (WZV) Warndt, der sie heute betreut, wird das Jubiläum am Wochenende gebührend feiern (siehe "Auf einen Blick") Von SZ-Mitarbeiter Horst Lange

Ludweiler/Großrosseln. Einfach den Hahn aufdrehen und gutes, sauberes Trinkwasser zapfen - für uns selbstverständlich. Nicht aber für unsere Vorfahren. Im Warndt gibt es erst seit 100 Jahren eine öffentliche Wasserversorgung. Der Wasserzweckverband (WZV) Warndt, der sie heute betreut, wird das Jubiläum am Wochenende gebührend feiern (siehe "Auf einen Blick"). Damals im Jahre 1909 - so berichtet Hermann Schon (Foto: hla), der seit 2006 den WZV leitet - gründeten die sechs Warndtgemeinden Ludweiler, Großrosseln, Emmersweiler, Naßweiler, St. Nikolaus und Karlsbrunn einen Gemeindeverband zur Herstellung einer zentralen Wasserversorgung. Lauterbach schloss sich erst 1936 dem Zweckverband an. Leitungen aus StahlZuvor hatten sich die Menschen ihr Trinkwasser aus Schöpf- und Laufbrunnen besorgt. Das war beschwerlich. Und die wenigen öffentlichen Brunnen waren in schlechtem hygienischem Zustand; sie lagen oft nur wenige Meter unter der Bodenoberfläche, manchmal in der Nähe von Dungstätten - Keime verunreinigten das Wasser. Die Folge waren Krankheiten und Seuchen. Mit der Organisation einer öffentlichen Wasserversorgung stieg die Qualität des Trinkwassers enorm. Bereits im Gründungsjahr gingen die Verantwortlichen an den Bau von Wasserleitungen aus Stahl. Diese Leitungen liegen heute noch unter der Erde und bringen das Trinkwasser in die Häuser. Bezog man das geförderte Wasser bis in die 1960er Jahre noch von den Bergwerksunternehmen, setzte nun die Eigenversorgung ein. Wasserversorgungsanlagen wurden gebaut, das Wasserwerk im Werbelner Bachtal, die Hochbehälter Westschacht und Großrosseln und die Bohrbrunnen. Der Wasserzweckverband erwarb ein eigenes Wasserrecht. Ein MineralwasserbrunnenHeute versorgt der Wasserzweckverband Warndt 18 000 Einwohner mit Trinkwasser. Die Fördermenge beträgt 750 000 Kubikmeter pro Jahr, das Wasserangebot liegt bei drei Millionen Kubikmeter im Jahr. Das Verteilungsnetz ist 156 Kilometer lang. Der WZV besitzt drei Trinkwasserbohrungen, aus einer weiteren Bohrung kann Mineralwasser gefördert werden. "Mit 15 Mitarbeitern sind wir ein kleines, aber hoch effizientes, mittelständisches Unternehmen", sagt Schon. Die Qualität des Trinkwassers im Warndt ist beachtlich. Chemische Untersuchungen bescheinigen dem Wasser eine ursprüngliche Reinheit, so dass vor Jahren intensive Verhandlungen zum Bau einer Mineralwasserfabrik geführt wurden, die letztlich aber scheiteten. "Insbesondere das Mineralwasser ist nitrat- und natriumarm und besonders gut gegen hohen Blutdruck", weiß Schon zu berichten. Auch mit dem Wasserpreis sieht sich Schon durchaus konkurrenzfähig: "Mit rund zwei Euro pro Kubikmeter liegen wir im untersten Drittel bei den saarländischen Wasserpreisen", wobei er nicht verschweigt, dass der größere Teil des Gesamtwasserpreises sich aus den rapide gestiegenen Abwassergebühren rekrutiert.




Auf einen BlickDas Jubiläum wird am morgigen Freitag, 15. Mai, von 18 bis 20 Uhr mit einem Kommers im Festzelt vor dem Betriebsgebäude des Wasserzweckverbands Warndt in Ludweiler (Am Bürgermeisteramt 1) gefeiert. Am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Mai, jeweils elf bis 20 Uhr, finden am Betriebsgebäude Tage der offenen Tür statt. Am Festzelt präsentieren sich die Zulieferer mit einer Leistungsschau. Fahrten zum Wasserwerk und zum Hochbehälter Westschacht mit fachlichen Führungen werden organisiert. Für die Unterhaltung sorgt am Samstag ab 18 Uhr die Band Civil Service. Am Sonntag, 17. Mai, findet um elf Uhr ein Frühschoppenkonzert der Brass Band des Fanfarenzugs Ludweiler statt. hla