Bürgerinitiative findet Echo

Karlsbrunn. Der Saarforst-Landesbetrieb geht auf die Karlsbrunner zu: Von heute bis zum Mittwoch erproben die Forstleute in ihrem Biomassezentrum auf der früheren Tagesanlage Warndt eine Maschine zum Hacken von Rundhölzern, die leiser arbeitet als die bisher eingesetzten Geräte. Dabei wird die SGS-TÜV GmbH den Schall messen. Wie bereits gemeldet, hat Saarforst zudem am Dienstag, 14

Karlsbrunn. Der Saarforst-Landesbetrieb geht auf die Karlsbrunner zu: Von heute bis zum Mittwoch erproben die Forstleute in ihrem Biomassezentrum auf der früheren Tagesanlage Warndt eine Maschine zum Hacken von Rundhölzern, die leiser arbeitet als die bisher eingesetzten Geräte. Dabei wird die SGS-TÜV GmbH den Schall messen. Wie bereits gemeldet, hat Saarforst zudem am Dienstag, 14. Dezember, 14 bis 16 Uhr, die Bürger zum Lärm-Test eingeladen und will Fragen beantworten. "Sie sehen, wir nehmen die Anliegen der Bürger wirklich ernst", sagt Saarforst-Sprecher Volker Wild dazu.Die Anliegen der Bürger betreffen nicht allein den Saarforst. Die Bürgerinitiative (BI) "Lebenswertes Karlsbrunn" kämpft auch gegen Lärm, den die auf der Tagesanlage geplanten Bioenergie-Anlagen des Investors Albert Winzent (Foto:bub) verursachen könnten. Sie will Gewerbebauten auf dem Karlsbrunner Feld verhindern und den "Schwarzen Weg", der hindurchführt, auf Dauer öffentlich zugänglich wissen.

Im Bebauungsplan-Entwurf für Winzents Vorhaben - der Gemeinderat hat ihm bereits zugestimmt, ihn aber noch nicht als Satzung verabschiedet - sind diese Forderungen noch nicht berücksichtigt, sie liegen erst seit September auf dem Tisch. Seither ruht das Bebauungsplan-Verfahren. Wie geht es nun weiter? "Wir sind mit der Bürgerinitiative im Gespräch", sagt Bürgermeister Peter Duchene. Voraussichtlich im Februar werde das Thema erneut auf der Rats-Tagesordnung stehen, nachdem Ortsräte und Ausschüsse sich damit befasst hätten. "Wir wollen das mit der Bürgerinitiative machen", ergänzt Duchene, "um dann für alle Zeit Ruhe zu haben." Winzent habe zugesagt, Wünsche der BI zu erfüllen. Er wolle seinen Teil des Schwarzen Wegs an die Gemeinde verkaufen. Er plane einen Lärmschutzwall. Und er sei bereit, für Gewerbe statt des Karlsbrunner Feldes das alte Kohlelager auf der anderen Seite der Schlossstraße zu nutzen.

Ja, bestätigt Winzent, "ich habe allem zugestimmt, was von mir erbeten worden ist." Der Lärmschutzwall, bei dem auch Saarforst und Kraftwerksbetreiber Evonik im Boot sind, soll rund ums Gelände reichen: "Wir grenzen das gesamte oben liegend industrielle Areal gegen die Wohnbebauung ab", zur Schlossstraße wie auch zum Tiefen Graben. Von den Arbeitsgeräuschen sollen die Anwohner "möglichst nichts abkriegen", sagt Winzent. Wobei er das Wörtchen "möglichst" betont. Und als nächsten Schritt die Pläne von Akustik-Spezialisten des TÜV begutachten lassen will. Das Wall-Profil soll zur Straße hin recht steil, zum Bergwerksgelände hin flach geneigt verlaufen - so, dass man auf der Geländeseite noch Photovoltaik installieren könnte. Für diese Wall-Konstruktion muss man laut Winzent den ersten Bebauungsplan für die Tagesanlage, Basis fürs Saarforst-Holzzentrum und das Evonik-Kraftwerk, nicht ändern.

Wohl aber den Flächennutzungsplan, wenn statt des Karlsbrunner Feldes das so genannte Kohlelager II Gewerbe aufnehmen soll. Doch "das kann nicht ich in Gang setzen, das muss der Gemeinderat tun", sagt Winzent. Er habe den Flächentausch fest zugesagt. Aber, fügt er mit einem Seufzer hinzu, "das Misstrauen bei der Bürgerinitiative ist groß". "Die Anwohner sollen möglichst nichts abkriegen."

Investor Albert Winzent

Hintergrund

In Neunkirchen-Heinitz soll, wie gerade erst bekannt wurde, ein Biomasse-Kraftwerk entstehen. Albert Winzent ist daran beteiligt - das bestätigte er auf SZ-Nachfrage. Das neue Projekt bedeute aber nicht, dass er seine Pläne für den Warndt reduziere oder gar verlagere; er verfolge vielmehr beide Projekte. Denn bei Anlagen dieses Typs müsse man das Material möglichst "anfallnah" verwerten, also dort, wo es entsteht, ohne lange Transportwege. Zudem sei für die Betreiber wichtig, auf "Ausweichanlagen" zurückgreifen zu können, etwa für den Fall länger dauernder Revisionen. dd