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| 20:08 Uhr

Bürger wollen mehr Polizeipräsenz

Im grenznahen Raum, insbesondere in Naßweiler, verzeichnet die Polizei seit Oktober 2008 einen deutlichen Anstieg der Kriminalität. Die Bewohner sind verunsichert und wütend. Foto: dpa
Im grenznahen Raum, insbesondere in Naßweiler, verzeichnet die Polizei seit Oktober 2008 einen deutlichen Anstieg der Kriminalität. Die Bewohner sind verunsichert und wütend. Foto: dpa
Naßweiler. Seit Oktober 2008 registriert die Polizei im grenznahen Raum einen Anstieg von Raubüberfällen und Eigentumsdelikten. Vergangene Woche hatte der Sicherheitsbeirat der Gemeinde Großrosseln ins Dorfgemeinschaftshaus Naßweiler eingeladen, um Bürger und Gewerbetreibende über die aktuelle Situation und Möglichkeiten der Kriminalitätsvorbeugung zu informieren Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Naßweiler. Seit Oktober 2008 registriert die Polizei im grenznahen Raum einen Anstieg von Raubüberfällen und Eigentumsdelikten. Vergangene Woche hatte der Sicherheitsbeirat der Gemeinde Großrosseln ins Dorfgemeinschaftshaus Naßweiler eingeladen, um Bürger und Gewerbetreibende über die aktuelle Situation und Möglichkeiten der Kriminalitätsvorbeugung zu informieren. Doch die Präventionsexperten des Landeskriminalamtes waren umsonst gekommen und mussten ihre Präsentation auf einen späteren Termin verschieben. Die etwa 70 Besucher, darunter viele Bürger aus Naßweiler, wollten nämlich nicht über Sicherheitstipps und Statistiken, sondern lieber über ihre alltäglichen Probleme diskutieren."Rechtsfreier Raum" Die Bewohner Nassweilers leiden nicht nur unter den Folgen des Bergbaus: Sie berichteten von Drohungen, Diebstählen und Drogenhandel, von unverantwortlichen Rasern, Gewaltübergriffen und von dem Gefühl, in einem "rechtsfreien Raum" zu leben. In ihren Beiträgen spiegelte sich nicht nur Angst, sondern auch eine gehörige Portion Wut. Stein des Anstoßes ist vor allem die Situation in der Straße Bremerhof: Rund um die Tabak- und Alkoholgeschäfte und die Spielhallen herrscht Betrieb bis tief in die Nacht. Einige Bewohner trauen sich im Dunkeln nicht mehr auf die Straße, andere fahren mit verriegelten Autotüren. Die Bürger forderten nicht nur eine stärkere Polizeipräsenz, sondern machten auch konkrete Vorschläge. Gemeinsame Streifengänge von deutschen und französischen Beamten sollen für mehr Sicherheit sorgen, fest installierte Starenkästen könnten die Raser ausbremsen. Axel Busch, der Leiter der Polizeiinspektion Völklingen, bedankte sich für die "emotionale Schilderung". Die Eindrücke der Bürger helfen der Polizei bei der Einschätzung der Lage. "Es wird zurzeit ein Großeinsatz gefahren", erklärte Busch mit Blick auf die jüngsten Überfälle. Eine eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamtes arbeite an der Aufklärung der Taten. Auf Nachfrage von Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen versprach Großrosselns Bürgermeister Peter Duchene eine Überprüfung von Öffnungszeiten und Baugenehmigungen der Läden in der Straße Bremerhof. Gemeinsam mit dem Ortsrat solle dann eine Strategie entwickelt werden. "Das, was sie gesagt haben, nehmen wir ernst", versicherte der Verwaltungschef den Bürgern.