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Jetzt fehlen nur noch die Projekte
Bürger wollen gemeinsam Emmersweiler verschönern

Aktuell noch wenig einladend: Der Ortseingang von Emmersweiler aus Richtung Großrosseln.
Aktuell noch wenig einladend: Der Ortseingang von Emmersweiler aus Richtung Großrosseln. FOTO: Thomas Annen
Emmersweiler. Insgesamt 25 000 Euro jährlich stehen für die sechs Großrosseler Ortsteile bis 2020 zur Verfügung. Emmersweiler will daran teilhaben. Von Thomas Annen

Wie viele andere Ortseingänge in der Gemeinde soll auch der Emmersweiler Eingangsbereich aus Richtung Großrosseln mit Hilfe eines Warndt-Logos attraktiver gestaltet werden. Gerhard Fischer und Anke Klein-Brauer von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Warndt-Saargau präsentierten am Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung in der Alten Schule einen Modellentwurf im Maßstab 1:2.


Fischer hat das Erkennungszeichen in Form eines „W“ entworfen, die Ludweiler Glasmalermeisterin Michaela Hayo soll es herstellen. Einschließlich Sandsteinsockel wird das Logo 2,1 Meter hoch und 1,9 Meter breit sein. Bestückt ist es mit farbigen Elementen aus acht Millimeter dickem Sicherheitsglas. Blau steht für das Wasser, das den Warndt prägt. Grün symbolisiert den Wald, und das schwarze Element erinnert an die Kohle in der Region.

LAG-Projektleiter Fischer schlägt vor, das Logo am Emmersweiler Ortseingang aus Richtung Rosseln auf der rechten Seite zu platzieren. Auf der anderen Straßenseite könnten die Besucher von einem Pflanzenbeet begrüßt werden. Die Fahrbahn dazwischen wird eingefärbt. Vielleicht veranlasst die Neugestaltung Raser dazu, den Fuß vom Gas zu nehmen. Auch für den Bereich dahinter gibt es bereits Ideen. Auf der Straßenseite, die nicht bebaut ist, könnte ein Schotterrasen-Streifen mit Bäumen und Autostellplätzen entstehen.

Fischers Verschönerungsideen beschränken sich nicht nur auf die Ortseingänge von Emmersweiler. Plätze könnten mit Bänken und Bäumen aufgewertet, Verteilerkästen gestrichen, unnötige Schilder entfernt und die Giebelwand des Awo-Gebäudes mit wildem Wein begrünt werden. Oder wie wäre es mit einem Bouleplatz auf der Verkehrsinsel am Sportplatz?

„Ortsgestaltung durch Bürgerwerkstätten“ heißt das Leader-Projekt, bei dem die Warndt-Bewohner mitentscheiden und mit anpacken sollen. Insgesamt 25 000 Euro jährlich stehen für die sechs Großrosseler Ortsteile von 2017 bis 2020 zur Verfügung. Die Gemeinde muss vorfinanzieren, 75 Prozent des Geldes erhält sie als Zuschuss zurück. Mit Bürgerversammlungen in den Gemeindebezirken beginnt nun die konkrete Umsetzung.



Neben Lob gab es von den rund ein Dutzend Besuchern auch kritische Anmerkungen: Warum soll man Haltestellen verschönern, wenn nur noch wenige Busse fahren? Und warum sollen Bänke aufgestellt werden, wenn kaum noch jemand im Dorf unterwegs ist? „Man muss mal irgendwann anfangen“, sagte Ortsvorsteher Norbert Herth (SPD). Im Ort hat sich bereits einiges getan. Das Dorfkreuz unterhalb der Alten Schule wurde saniert, in der Ortsmitte entsteht ein neuer Brunnen.

Gegen Ende der Bürgerversammlung konnten die Besucher Prioritäten setzen. Ihr Votum zeigte: Die Gestaltung der Aufenthaltsflächen ist den Bürgern wichtiger als die Ortseingänge. Die Rubriken „Haltestellen“, „Begrünung“ und „Entschilderung“ erhielten nur wenige Punkte.

In einer Bürgerwerkstatt soll nun gemeinsam in die Hände gespuckt werden. Acht Leute trugen sich in die entsprechende Liste ein, weitere Helfer sind jederzeit willkommen. Mit der Gemeindeverwaltung wird Fischer jetzt klären, welche konkreten Maßnahmen realisierbar sind. Wenn alles glatt läuft, können die Bürger Mitte, Ende Mai mit dem ersten Projekt starten.

Ortsvorsteher Norbert Herth am bereits neu gestalteten Dorfkreuz in Emmersweiler.
Ortsvorsteher Norbert Herth am bereits neu gestalteten Dorfkreuz in Emmersweiler. FOTO: Thomas Seeber