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Bloß kein Schnellschuss am Jagdschloss

Bloß kein Schnellschuss am Jagdschloss

1,25 Millionen Euro warten darauf, in die Renovierung des Karlsbrunner Jagdschlosses gesteckt zu werden. Der zuständige Zweckverband Regionalentwicklung Warndt sucht einen Architekten, der Gespür fürs Denkmal und die wirtschaftlichen Erfordernisse hat. Und zunächst steht ein Arbeitsbesuch in Bonn an.

"Auf nach Bonn!", heißt es demnächst für den Zweckverband Regionalentwicklung Warndt, dem die Kommunen Großrosseln und Völklingen sowie der Regionalverband Saarbrücken angehören. In der ehemaligen Bundeshauptstadt sitzt nämlich die Bundesbehörde, die darüber wacht, dass die 1,25 Millionen Euro für die Renovierung des Jagdschlosses Karlsbrunn "richtig" eingesetzt werden. Diese Summe, aus "freien Bundesmitteln", so berichtete Verbandsvorsteher Jörg Dreistadt (SPD ) auf der jüngsten Verbandsversammlung am Mittwoch, sei definitiv "da" und kein Hirngespinst, wie gerüchteweise zu hören sei. Das Geld müsse aber noch "in den Warndt transferiert werden".

Der Großrosseler Bürgermeister warnte im gleichen Atemzug davor, mit der Renovierung schon mal anzufangen, auch wenn es allen "in den Fingern juckt". Es müsse erst geklärt werden, welche Richtlinien einzuhalten seien. Es sei noch offen, was genau gefördert werde, also etwa nur Innen- oder Außenarbeiten, kulturelle und touristische Ziele, und wann welche Summen einzusetzen sind. Ehe man Gefahr laufe, gegen Bestimmungen zu verstoßen und das Projekt zu gefährden, müsse beim Bonn-Besuch eine saubere Vereinbarung getroffen werden. Die ersten Telefonkontakte mit dem "äußerst sympathischen zuständigen Mitarbeiter" ließen auf gedeihliche Zusammenarbeit schließen, so Dreistadt.

Parallel will sich der erst vor gut einem Jahr gegründete Zweckverband zur Förderung des Warndts darum kümmern, dass der beschlossene Ankauf des barocken Jagdschlosses (derzeit in Landesbesitz) vom Innenministerium Saarland bezuschussst wird. Eigentumsübertragungung könnte im Sommer sein. Dass noch in diesem Jahr irgend etwas gebaut oder handwerklich getan wird, glaubt Dreistadt nicht. Immerhin wurde nach seinen Worten die Gastronomie für die kommende Freiluftsaison wieder vergeben, so dass das Gelände belebt bleibt.

Nach Überzeugung des Vorstehers muss die Renovierung von einem - noch zu findenden - erfahrenen Architekten geplant werden, der sowohl Gespür für die Historie des Hauses hat, allerdings nicht nur wie ein Denkmalschützer tickt. Er müsse auch bedenken, dass mit dem Anwesen Einnahmen erzielt werden, denn der Zweckverband wolle sich keinen Zuschussbetrieb ans Bein binden.

Weil der kommunale Verband kein Bauamt hat und der Vorstand keine Zeit haben wird, täglich auf der Baustelle nach dem Rechten zu sehen, soll auch ein "Bauherren-Vertreter" ausgeguckt werden, also quasi eine Bauaufsicht zwischen Architekt und Zweckverband.