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Bedrohtes Tier weckt kindlichen Forscherdrang

Ludweiler/Lauterbach. Zu einem Fest rund um den Schutz der bedrohten Wildkatze und ihrer Lebensräume hatte das Umweltministerium gemeinsam mit Umweltschutz-Organisationen am vergangenen Freitag ins Restaurant-Café am Warndtweiher eingeladen Von SZ-Mitarbeiter Thomas Annen

Ludweiler/Lauterbach. Zu einem Fest rund um den Schutz der bedrohten Wildkatze und ihrer Lebensräume hatte das Umweltministerium gemeinsam mit Umweltschutz-Organisationen am vergangenen Freitag ins Restaurant-Café am Warndtweiher eingeladen.Wie unterscheiden sich Wildkatze und Hauskatze? Wo liegen ihre Streifgebiete? Wie kann man sie schützen? Die Plakate und Broschüren, die an den Infoständen liegen, lassen keine Frage offen. Auch ein ausgestopftes Tier, eine Fotofalle und ein Wildkatzenkasten, der dem Nachwuchs Schutz bietet, sind zu sehen. Schnell kommen die Besucher mit den Fachleuten ins Gespräch. "Die saarländischen Wildkatzenvorkommen gehören zu dem größten und wichtigsten Verbreitungszentrum der Wildkatze in Mitteleuropa", erklärt Umweltminister Stefan Mörsdorf. Noch bis zu 240 Tiere leben in den fünf voneinander isolierten Vorkommen im Saarland. Während die Experten im Restaurant über eine mögliche Verknüpfung dieser Lebensräume diskutieren, startet die "Wilde Clique" der BUND-Jugend Riegelsberg zu einer spannenden Rallye. "Wie markiert die Wildkatze?", lautet die erste Frage, die Anne Laux vom Naturerlebniszentrum Wappenschmiede den jungen Umweltschützern mit auf den Weg gibt. Nach den Antworten müssen die Jungs und Mädchen nicht lange suchen, sie stehen auf den Karten, die an den Bäumen und Sträuchern der Umgebung hängen. Wenig später kommen die ersten Kinder angerannt. Sie sind außer Puste. Und überlegen: Was stand auf dem Kärtchen? Wer die Antwort unterwegs vergessen hat, muss erneut ausrücken. Kein Problem, beim zweiten Anlauf klappt's perfekt: "Mit Kot und Urin markiert die Wildkatze ihr Revier!"Und schon geht's weiter, ruckzuck sind die 13 Fragen abgehakt. Zur Belohnung gibt's Gummibärchen, Kreisel und Buntstifte. "Es war interessant, was Neues dazuzulernen", berichtet Florian. Bisher wusste er zum Beispiel nicht, dass man die Wildkatze an ihrem geringelten Schwanz erkennt. Den fünfjährigen Jan zieht es unterdessen ans Ufer des Warndtweihers. Sein Vater weiß genau, wonach er Ausschau hält: "Wie viele Kaulquappen hast du gesehen?" "Ganz viele!", antwortet der junge Entdecker aus Neunkirchen und reckt fünf Finger in die Luft. Dann ist er auch schon wieder verschwunden. Sein Forscherdrang ist nämlich noch lange nicht gestillt: In der nächsten Runde will er einen Frosch fangen.


Auf einen BlickVeranstaltet wurde das Wildkatzenfest im Warndt vom Umweltministerium, dem Bund Saar, dem Nabu Saarland, dem Umweltgutachterbüro Öko-Log Freilandforschung, dem Zentrum für Biodokumentation in Reden und von Delattinia, der Arbeitsgemeinschaft für tier- und pflanzengeografische Heimatforschung im Saarland. tan