Ausspannen vorm Feuer

St. Nikolaus. Es knistert laut, als sich die Flammen durch die Stämme des mehr als zwei Meter hohen Holzkegels fressen. Funken schießen in den Nachthimmel über St. Nikolaus. Die Menschen aus dem Ort, die zum Mittwinter-Feuer zwei Tage vor Heiligabend an die alte Schule gekommen sind, genießen die wohlige Wärme, die von den Flammen ausgeht. Doch Vorsicht ist geboten

St. Nikolaus. Es knistert laut, als sich die Flammen durch die Stämme des mehr als zwei Meter hohen Holzkegels fressen. Funken schießen in den Nachthimmel über St. Nikolaus. Die Menschen aus dem Ort, die zum Mittwinter-Feuer zwei Tage vor Heiligabend an die alte Schule gekommen sind, genießen die wohlige Wärme, die von den Flammen ausgeht. Doch Vorsicht ist geboten. Denn schon bald wird der Kegel aus brennenden Holzstämmen einstürzen. Deswegen passen die freiwilligen Feuerwehrleute, die das Mittwinterfeuer gemeinsam mit dem Verein "Jugendtreff an der alt" veranstalten, auf, dass niemand dem Feuer zu nahe kommt."Es ist zwar ein heidnischer Brauch, in der längsten Nacht des Jahres ein Feuer anzuzünden", sagt die Ortsvorsteherin Irina Pfortner. Dennoch habe man sich vor einigen Jahren entschlossen, diese Veranstaltung in die Reihe der Nikolausfeierlichkeiten aufzunehmen. "Für die Leute aus dem Ort bedeutet das Feuer den Zeitpunkt zum Abschalten: Zwei Tage vor Heiligabend sind die größten Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest abgeschlossen, so dass jetzt die Besinnlichkeit einkehren kann", sagt Pfortner. Ihr Sohn Dominik ist Vorsitzender des etwa 30 Jugendliche starken Vereins. Er erklärt den Vereinsnamen: "Früher sagten wir nur: Komm, wir treffen uns an der alt." Gemeint war die alte Schule, in deren Obergeschoss der Verein inzwischen sein Zuhause hat. Das Mittwinter-Feuer mit der freiwilligen Feuerwehr hat der Verein jetzt zum fünften Mal organisiert. Neben dem Feuer gibt es kühles Bier, heiße Feuerzangenbowle und süße Crêpes. Einen Teil des Erlöses spendet der Verein an den Festausschuss St. Nikolaus, der wiederum für karitative Zwecke spendet. Ein Teil geht an die Feuerwehr, ein Teil bleibt beim Jugendclub. "Das verwenden wir zum Beispiel für den Ausbau unseres Raumes in der alten Schule, eventuell machen wir auch mal eine Fahrt", so Dominik Pfortner.

Mittlerweile ist der brennende Holzkegel wie von den Feuerwehrleuten angekündigt in sich zusammengestürzt. Zur Seite gekippt liegen die bereits verkohlten Stämme im Schneematsch, wo sie noch ein Weilchen weiter brennen.