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Auf dem Fahrrad unterwegs auf Europas Straßen

Auf dem Fahrrad unterwegs auf Europas Straßen

Großrosseln. Ein Sonntagsfahrer ist der fast 60-jährige Artur Palm aus Großrosseln beileibe nicht - nicht mit dem Auto und erst recht nicht mit dem Fahrrad, mit dem der Betriebsschlosser im Vorruhestand wahre Wunderdinge vollbringt

Großrosseln. Ein Sonntagsfahrer ist der fast 60-jährige Artur Palm aus Großrosseln beileibe nicht - nicht mit dem Auto und erst recht nicht mit dem Fahrrad, mit dem der Betriebsschlosser im Vorruhestand wahre Wunderdinge vollbringt. Fast schon Leistungssport ist das, was Palm - der natürlich auch Mitglied beim Radsportverein Kurvenkratzer aus Großrosseln ist - drei- bis viermal in der Woche mit seinem Nachbarn Dettmar Kappel treibt: "Durchschnittlich 100 Kilometer schaffen wir an einem Vormittag", erzählt der drahtige Seniorensportler, als er gerade von seiner Alltagstour zurückkehrt. "Im Winter sind die Touren ein bisschen kleiner", sagt Palm, "denn man muss ja schließlich auch auf seine Gesundheit achten. Nach dem Tod seiner Frau im Jahr 2002 war das Fahrradfahren für Artur Palm eine Möglichkeit, ins Leben zurückzufinden. Bereits ein Jahr später startete er mit seinem Tourenrad mal einfach so nach Berlin, um einen Cousin zu besuchen. Seitdem geht die Reise alljährlich weit weg von daheim: Mal nach Belgien zur Nordseeküste, ein anderes Mal quer durch Italien, wobei die Alpen zuvor natürlich mit dem Auto überwunden wurden. Bislang war Palm höchstens drei Wochen unterwegs, doch in diesem Jahr stellte er alle bisherigen Touren in den Schatten: In fünf Wochen absolvierte er genau 3845 Kilometer, die ihn nach Dänemark und Schweden führten, von wo aus er einen Abstecher nach Berlin machte und danach über den Europaradweg wieder Richtung Heimat startete. Fast spartanisch dabei die Ausrüstung des Fahrrad-Süchtigen: ein wasserdichter Biwak-Schlafsack, Kochgeschirr, eine Garnitur Kleider zum Wechseln und eine Ration Wasser sorgen dafür, dass er zum Gewicht des Rads noch etwa 25 Kilogramm Gepäck mit sich schleppen muss. "Übernachtet wird in Gottes freier Natur, gekocht wird in der Regel selbst, und auch die Natur bietet einiges zum Überleben", schmunzelt Palm, der auf seinen Europafahrten stets viel Gastfreundschaft erfuhr und keine schlechten Erfahrungen machte. "Der Weg ist das Ziel", gibt sich Palm selbst vor und studiert allabendlich die Karte, um die nächste Etappe festzulegen. "Mit dabei sind ein Fotoapparat und ein Tagebuch, denn jeden Tag gibt es neue Eindrücke, die lebendig bleiben sollen", berichtet Artur Palm. Schon jetzt schmiedet er Pläne für die Tour im nächsten Jahr: "Ich würde gerne mal eine Pilgerfahrt mit dem Fahrrad machen - der Jakobsweg bis Portugal wäre doch ganz reizvoll." Den Hinweis für diesen Artikel erhielten wir von unserem Leser-Reporter Andreas Klesius aus Großrosseln. Sie haben auch Spannendes zu erzählen oder sogar Fotos gemacht? Dann schicken Sie uns alles: per SMS/Fax, MMS mit Foto an Tel. (0681) 59 59 800, E-Mails an leser-reporter@sol.de.