Anwohner können aufatmen

Bis Sonntag sah es so aus, als müssten die Anwohner in der Feldstraße in Emmersweiler die Sanierung von Kanal und Fahrbahn direkt mitfinanzieren. Doch nach juristischer Prüfung ist das nun so gut wie vom Tisch.

Selten dürften sich die Anwohner der Feldstraße in Emmersweiler so sehr über den Besuch von Jörg Dreistadt (SPD ) gefreut haben wie am Sonntag. Begleitet von Markus Ernst, dem Fraktionschef der SPD im Gemeinderat, hatte der Bürgermeister von Großrosseln beim von der CDU um Fraktionschef Fred Schuler einberufenen Bürgergespräch zum Thema eine Nachricht im Gepäck, die auf die besorgten Gemüter für die folgende Nacht besser gewirkt haben dürfte als ein Glas heiße Milch mit Honig: Die Anwohner müssen sich aller Voraussicht nach doch nicht an der Sanierung ihrer Straße mit insgesamt 257 000 Euro beteiligen. Wenn doch, hätte das einen bis zu fünfstelligen Anteil pro Haus bedeuten können (wir hatten berichtet). Auch die von Dreistadt in Aussicht gestellte mögliche Zahlung von Raten wirkte da nicht mehr wirklich beruhigend.

Befürchtungen wurden in den vergangenen Wochen laut, dass das fast schon unumgänglich sei. Aber: "Es gab nie eine Entscheidung, dass die Bürger zahlen müssen", teilte gestern Jörg Dreistadt auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung mit. Es hätte passieren können, zunächst aber habe man im Rathaus die juristischen Möglichkeiten ausloten müssen. Zwar gibt es seit dem Frühjahr 2014 eine neue Gehwegausbausatzung, die in einem solchen Falle entscheidend ist. Da die Sanierung der Feldstraße aber schon seit vielen Jahren im Raum steht - erstmals im Emmersweiler Ortsrat diskutiert im Jahr 1999 - wusste zunächst niemand in der Verwaltung, ob hierfür noch die alte, für die Anwohner fatale Satzung ausschlaggebend sei.

Nun ist es aber geklärt: Wenn der Gemeinderat seine Zustimmung gibt, dass die neue Satzung auf "rückwirkend" gesetzt wird, also auch für bereits geplante Maßnahmen greift, ist die Zahlung der Anwohner vom Tisch. Und hierfür stehen die Zeichen sehr gut, wie die Fraktionschefs erkennen lassen. Gemäß der neuen Satzung muss der Bürger nur noch für den Bürgersteig vor seinem Grundstück zahlen, sollte der ebenfalls mitsaniert werden müssen. Der ist allerdings laut Dreistadt "in einem erstaunlich guten Zustand".

Das gilt nicht für den großen Rest: In der Feldstraße in Emmersweiler rumpeln die Autos. Und nicht nur das: Wenn es etwa im Frühjahr 2015 losgeht, muss zunächst der Kanal saniert werden, bevor eine neue Asphaltdecke aufgetragen wird. Die Anwohner dürften dann nur noch zur Kasse gebeten werden, wenn ihr Hausanschluss zum Kanal ebenfalls saniert werden muss. "Aber das wäre ja dann normal", sagt Dreistadt.