Antwort für Kinder aus aller Welt

Aus Taiwan oder den Arabischen Emiraten schreiben Kinder an den Nikolaus – und alle bekommen Antwort aus St. Nikolaus. Der Nikolaus persönlich hat jetzt sein Postamt dort eröffnet, das einzige seiner Art im Saarland.

"Die Briefe kommen von überall her, letztes Jahr besonders viele aus Hongkong, dieses Jahr aus Taiwan, sogar einer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist dabei", erzählt Wolfgang Pfortner bei der offiziellen Eröffnung des Nikolauspostamts in St. Nikolaus . Pfortner ist, zusammen mit Sabine Gerecke, Leser der erwarteten zirka 18 000 Briefe und seit elf Jahren mit dabei. "Da kommt schon einiges zusammen", sind sich beide einig. Unterschiedlich sei die Weihnachtspost aus aller Welt, beantwortet werden alle Schreiben. "Wir haben acht verschiedene vorgefertigte Antwortbriefe, verfassen aber auch handschriftliche Botschaften", sagt Pfortner lächelnd.

Gemütlich ist das Nikolauspostamt eingerichtet in der Alten Schule in St. Nikolaus . Es duftet nach frischen Zimtwaffeln und Kaffee. Weihnachtlich geschmückt, mit Tüchern in festlichem Rot und Tannengirlanden und Baumschmuck, scheint das Nikolauspostamt aus sich selbst zu strahlen an diesem Samstagmorgen. Viele Menschen, ältere und jüngere, drängen sich zum Verkaufsschalter, um Briefpapier, Umschläge und die Sondermarken der Nikolausedition 2015 der Deutschen Post zu ergattern. Und natürlich einen Stempel vom Nikolaus höchstpersönlich, der nach feierlichem Einzug in die Räume von Peter Gerecke, dem Vorsitzenden des Festausschusses St. Nikolaus , den großen goldenen Schlüssel zum Postamt erhalten hat.

Viele, viele Briefe wird er in den kommenden Wochen bis Weihnachten beantworten müssen, eine Aufgabe, die nur mithilfe seiner fleißigen Helfer zu bewältigen ist.

"Wir sind schon seit sechs Jahren Nikolaushelfer", berichten Alex Rau und Bruno David von der Deutschen Post, die beiden "Helfer in Gelb", die emsig Umschläge stempeln. "Allein dieses Wochenende werden wir so um die 15 000 Sendungen stempeln." Alles Antwortbriefe, die an sehnsüchtig wartende Kinder (und Erwachsene) weltweit in den Versand gehen.

"Das ist schon sehr zeitintensiv", sagt Sabine Gerecke, die Leiterin des ehrenamtlichen Kinderbrief-Teams. "Die Briefe werden geöffnet, gelesen und katalogisiert, schließlich beantwortet." Pfortner wird konkreter: Allein am Freitag lieferte der Postbote ihm 350 Briefe , die er in etwa siebeneinhalb Stunden bearbeitet hat, fast ein ganzer Arbeitstag.

Der Nikolaus ist zu seinem Ehrentag ein wenig angeschlagen, seine Stimme ein bisschen kratzig. Doch das kann ihn nicht davon abhalten, das Nikolauspostamt zu beziehen und im Presse-Blitzlichtgewitter zu stehen. Die offizielle Eröffnungsrede übernimmt ohnehin Festausschuss-Vorsitzender Peter Gerecke. Er hält ein spritziges Plädoyer fürs Briefeschreiben, E-Mail und What's App zum Trotz. "Wer freut sich nicht über einen persönlichen Brief?", fragt er. Und fügt ironisch hinzu: "Schaffen Sie der Oma mal What's App an. Oder erst ein Smartphone. Die freut sich!" Sein Fazit lautet: "Briefe machen uns allen Freude."

Unter den Besuchern des Nikolauspostamts erntet er Zustimmung. Harmonisch und weihnachtlich geht es hier zu - eine freundliche Einladung, den Lieben in der Ferne mal wieder einen waschechten Weihnachtsgruß zu schicken und in der Adventszeit einen Augenblick zur Ruhe zu kommen.

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