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Vom Bienenlehrpfad bis zum Backhaus: Am warmen Wochenende lockt der Warndt

Vom Bienenlehrpfad bis zum Backhaus : Am warmen Wochenende lockt der Warndt

Mit über 60 Aktionen lockte am Wochenende das Warndt-Weekend. Wir waren bei Veranstaltungen in Ludweiler, Geislautern und Lauterbach dabei.

Die Warndt-Akteure sind bestens vorbereitet, und auch Petrus hat seine Hausaufgaben gemacht. „Am Nachmittag bleibt es bei einer Mischung aus Sonne und Quellwolken weitgehend freundlich und trocken. Die Höchstwerte liegen bei 21 bis 25 Grad“, prophezeien die Wetterfrösche am Samstag. Bei bestem Ausflugswetter lockt das Warndt-Weekend! Viele Fans des grenzüberschreitenden Erlebniswochenendes schnappen sich das Programmheft und ziehen los.

In der Malwerkstatt der Volkshochschule Völklingen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Ich habe mit dem Schwamm blaue Farbe auf die Leinwand getupft“, berichtet Emma (10) im Ludweiler Haus der Vereine. Damit der Hintergrund schneller trocknet, greift sie zum Föhn.

Schwester Lotta (6) ist schon weiter. Sie hat eine Sonne und einen Löwen in Szene gesetzt. „Oma, ich bin fertig!“, verkündet das Mädchen. Ihrer Großmutter Eva Manville dient ein abstraktes Motiv aus einem Buch als Vorlage. Ein Pappteller wird zur Palette, in einem ehemaligen Erdbeerkorb liegen die Pinsel. Zum Schutz vor der Farbe trägt die Teilnehmerin eine Schürze. „Sie hat bisher aber nicht viel genutzt“, sagt Manville schmunzelnd. Im Eifer des Gefechts bekommt ihre Bluse ein paar Flecken ab. Den Spaß an der Malerei trübt das nicht. „Wir sind eine sehr nette Gruppe“, sagt die Malerin.

Auch der einzige Mann in der Runde fühlt sich wohl. „Ich bin der Hahn im Korb“, versichert Richard Schulz. In lockerer Atmosphäre wird konzentriert gearbeitet. Man hilft dem Nachbar mit Farbe aus, gibt Tipps. „Was würdest du da noch machen?“, fragt eine Teilnehmerin mit Blick auf ihr Werk. „Lass es doch so“, empfiehlt die Kollegin.

Leiterin Evelyn Bachelier steht ebenfalls gerne mit Rat und Tat zur Seite. „Sie hilft, wenn man nicht weiter weiß“, erklärt Manville. Manchmal hilft auch eine kleine Stärkung, die Kreativität wieder in Schwung zu bringen: Erdbeeren aus dem eigenen Garten, selbst gebackener Kuchen, Croissants oder Bananen werden in den Pausen aufgetischt.

Beim Bienenzuchtverein Völklingen ist für das leibliche Wohl ebenfalls gesorgt. Neben Schwenkbraten und Kuchen steht in Geislautern natürlich Honig auf der Speisekarte. Der kann nicht nur aus dem Glas, sondern auch direkt von der Wabe probiert werden. „Sagenhaft!“, ruft ein Besucher, nachdem er sich einen Finger voll gegönnt hat. „Bei uns gibt es etwa 150 Wildbienenarten“, erklärt Jürgen Biehl während einer Führung. Unter den Zuhörern sind Imker vom Bienenzuchtverein Dudweiler. „So einen schönen Bienenlehrpfad haben wird nicht. Gerade für Neulinge ist das hier ganz toll“, schwärmt Markus Wiesemann. Er erkennt sofort: „Da steckt jede Menge Arbeit drin.“ Das Engagement lohnt sich. Carsten Hauck, der Chef des Völklinger Bienenzuchtvereins, erläutert die positiv Entwicklung: Seit 2003 hat sich die Zahl der aktiven Imker von 30 auf 60 verdoppelt.

Fleißig wie die Bienen sind auch die Bäcker in Lauterbach. Auf einer Tafel steht das Tagespensum: Zehn Brote, zehn Flammkuchen und sechs Streuselkuchen werden im Backhaus zubereitet. Sandra Becker und Daniela Treske belegen Flammkuchen mit Zwiebeln und Speck. Zwischendurch wird immer wieder aufgeräumt und gespült. „Wie daheim“, sagt Treske. Becker backt auch zuhause Brot. Sie hat sich angemeldet, um noch ein paar Tipps zu bekommen.

Wer den Backhaus-Experten über die Schulter schaut, merkt schnell, dass sie ihr Handwerk verstehen: Mit dem Schaber teilt Backpatin Elke Kiefer den Teigberg. Schnell landet die erste Portion auf der Waage. Ein kleiner Nachschlag, dann passt es: 1100 Gramm. Kollegin Edith Krier knetet den Teig noch mal durch. Dann packt sie ihn in den Korb.

Reges Treiben herrscht in der Malwerkstatt im Haus der Vereine in Ludweiler, hier von links: Emma und Lotta Decker und Evelyn Bachelier. Foto: BeckerBredel
Auf dem Lehrpfad zeigen Carsten Hauck (links) und Christian Henkel einen Bienenstock, den man in einem Eichenstamm angesiedelt hat. Foto: BeckerBredel

Walter Mersdorf hat schon mal selbst Brot gebacken. Mit dem Ergebnis war er allerdings nicht zufrieden. Jetzt knetet der Gast zum ersten Mal einen Streuselkuchenteig. „Er hat Geschick“, lobt Gerhard Scherschel vom Backhausverein. Wenig später schiebt er die Flammkuchen in den Steinofen. Sie brauchen nur ein paar Minuten. Mersdorf holt das Besteck. Gut gemeint, aber überflüssig. Gegessen wird mit der Hand. Eine Serviette genügt. Dann liegen die duftenden Flammkuchen auf den Holzbrettern. Die Presse und die beiden Franzosen, die gerade vorbeischauen, sind eingeladen mitzuspeisen. Schnell wird es ruhig am Tisch: Die Backhaus-Leute und ihre Gäste lassen es sich schmecken.