Alte Schule wird Flüchtlingsheim

Die Gemeinde Großrosseln packt das Flüchtlingsproblem an: Zunächst wird nun die frühere Grundschule als Unterkunft hergerichtet. Weitere Gebäude, die erst noch für rund 760 000 Euro gekauft werden müssen, sollen folgen.

Die Flüchtlingsproblematik stand am Donnerstagabend auf der Tagesordnung des Gemeinderates Großrosseln . "In unserer Verwaltung geht es zur Zeit sehr turbulent zu", sagte Bürgermeister Jörg Dreistadt (SPD ) mit Blick auf die hohe Arbeitsbelastung der Rathausmitarbeiter.

Die steigenden Flüchtlingszahlen sorgen nicht nur für viel Arbeit, die Versorgung der Asylsuchenden kostet auch viel Geld. So plant die Gemeinde den Erwerb von Wohngebäuden für die Unterbringung in einer Größenordnung von 760 000 Euro , für die Beschaffung von Ausstattungsgegenständen sind weitere 20 000 Euro eingeplant. Die Kosten müssen allerdings nicht alleine geschultert werden, den Investitionen stehen Landeszuschüsse von rund 480 000 Euro gegenüber.

Die ehemalige Grundschule am Klosterplatz gehört bereits der Gemeinde. Einstimmig beauftragte der Rat den Bürgermeister, das Gebäude für die Hilfesuchenden herrichten zu lassen. Etwa 40 Menschen sollen dort ein Domizil finden.

Die zusätzlichen Plätze braucht man. 5,47 Prozent der Flüchtlinge, die dem Regionalverband zugewiesen werden, kommen nach Großrosseln . Die Zahl der Asylsuchenden, die in der Warndtgemeinde betreut werden, stieg in wenigen Monaten von etwa 20 auf aktuell 51. Ende Oktober, erläutete der Bürgermeister, müsse sich die Verwaltung voraussichtlich schon um 82 Asylbewerber kümmern.

Und gegen Jahresende rechnet Dreistadt mit etwa 120 Flüchtlingen. Der Verwaltungschef will auf jeden Fall vermeiden, dass sie in Turnhallen übernachten müssen. "Wir müssen jetzt alle miteinander in die Hände spucken", sagte der Bürgermeister. Dabei verwies er auf die große Hilfsbereitschaft der Bürger und die Unterstützung durch das Deutsche Rote Kreuz.

Die Flüchtlinge sollen sich auch in Zukunft in der Gemeinde Großrosseln willkommen fühlen. Während der Sitzung in der Rosseltalhalle unterschrieben die Ratsmitglieder die so genannte Lebacher Erklärung. "Menschen, die vor Krieg, Zerstörung und Verfolgung Zuflucht in unserem Land suchen und bei uns leben möchten, sind im Saarland herzlich willkommen. Wir verstehen die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden in unserem Land, das für einen hohen Grad an sozialer Wärme steht, als eine humanitäre Verpflichtung", heißt es in der Erklärung, die beim ersten saarländischen Integrationsgipfel im März 2015 auf den Weg gebracht wurde und seither im Land kursiert.