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Mit Erlebnisbergwerk und Abfallverwertungsanlage: Alte Grube wird zum Kunst-Treff

Mit Erlebnisbergwerk und Abfallverwertungsanlage : Alte Grube wird zum Kunst-Treff

Musik und bildende Kunst waren angesagt, Besichtigungen und Spielvergnügen: Zum Finale des Warndt-Weekends zeigte sich die alte Grube Velsen als Publikumsmagnet.

Mit spannenden Angeboten lockten die Warndt-Akteure am Wochenende wieder viele Besucher in die Region. Die Gäste schauten hin, hörten zu, probierten aus. Für jeden Geschmack war etwas dabei: Die Bandbreite reichte von der Malwerkstatt über die Ausstellung bis zum Konzert. Rund 60 Veranstaltungen standen bei der 18. Auflage des Warndt-Weekends auf dem Programm.

Am Sonntagnachmittag entpuppt sich die Grube Velsen wieder als Publikumsmagnet. Parkplätze sind rar. Ein Blick auf die Autokennzeichen zeigt: Die Besucher kommen aus dem ganzen Saarland, dem angrenzenden Rheinland-Pfalz und dem benachbarten Frankreich. Auch Radfahrer schauen vorbei. Tische und Bänke laden zum Verweilen ein. Kühle Getränke und schattige Plätze sind bei dem herrlichen Sonnenschein gefragt.

„Wo sind denn die Oldtimer?“, fragt ein Neuankömmling. „Einfach gerade aus!“, erklärt der Bekannte am Eingang. Die gepflegten Schmuckstücke werden an der Abfallverwertungsanlage (AVA) präsentiert. Auf der anderen Seite des Gebäudes dreht der Nachwuchs auf kleinen Plastik-Traktoren seine Runden. Und im Zelt gibt die Brass-Band Ludweiler ordentlich Gas. Viele Besucher schauen am Tag der offenen Tür hinter die Kulissen der Anlage. „Der Ofen hat mich am meisten beeindruckt“, erzählt der zehnjährige Felix nach seinem Rundgang. Und schon begrüßen die AVA-Helfer die nächsten Gäste. Am Start gibt es ein Häubchen, der Hygieneschutz kommt unter den Helm.

Einen Kopfschutz tragen auch die Besucher des Erlebnisbergwerks. Nach der Sicherheitsbelehrung erklärt Führer Bernd Schröder, dass die Bergleute immer fahren - auch wenn sie gehen, laufen oder klettern. Die Gleise nennen sie Gestänge, und der Stolleneingang ist das Mundloch. Die einen fahren ein, die anderen kommen raus. Ehemalige Bergleute sind extra aus der Wallonie in Belgien angereist. Wie war die Besichtigung? „Très bien“, versichert Fernand Dullekens. Erinnerungen seien wach geworden. Beeindruckende Maschinen und Geräte werden nicht nur unter Tage bestaunt. Beschützt von zwei Original-Schilden, spielt die Band The Okbb‘s. Die außergewöhnliche Bühne wiegt  Tonnen. Neben der Musik kommt die Kunst nicht zu kurz. „Art et Charbon“ heißt die Ausstellung auf dem Gelände des Erlebnisbergwerks.

„v.Art Velsen 2018“ nennt sich die Schau, die ein paar Meter weiter in der ehemaligen Waschkaue gezeigt wird. „V“ steht für Vielfalt, „Art“ für Kunst. 13 Maler, Bildhauer und Fotografen zeigen ihr Können. Die Besucher schlendern entspannt durch die Halle. Sie betrachten die Werke, plaudern mit den Ausstellern, lauschen der Live-Musik. Auch eine Nachwuchskünstlerin bekommt die Chance, sich einem breiten Publikum vorzustellen. „Es ist eine Ehre, als Gast hier auszustellen“, versichert Brynja Ólafsdóttir. Das 17-jährige Talent setzt vor allem auf Ölfarbe. Und auf moderne Technik. Ihr Smartphone liefert die Vorlage für das Porträt, das sie gerade malt.

Wer noch mehr sehen möchte, wechselt einfach die Straßenseite. In der Maschinenhalle läuft ebenfalls eine Ausstellung. Einige Werke zieren sogar die über 100 Jahre alte Dampffördermaschine. Auf einem Bild posiert Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den WM-Helden von 2014. „Sehr imposant. Danke“, lautet ein Kommentar im Gästebuch.

Ortswechsel: Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr steht in Ludweiler wieder ein Jazz-Konzert auf dem Programm. In Zusammenarbeit mit der Patengemeinschaft der Wendalinuskapelle präsentiert der Verein Kulturgut Völklingen das Günder-Müller-Gand Trio. Philip Günder ist verhindert, seinen Platz nimmt Sven Prokaska ein. Gemeinsam mit Thorsten Gand und Jens Müller spielt er eine Mischung aus Jazz und Pop. Kulturgut-Chefin Christiane Blatt kündigt einen „musikalischen Leckerbissen“ an. Und das Trio hält, was die neue Oberbürgermeisterin verspricht.

In der historischen Wendalinuskapelle in Ludweiler spielte das Günder-Müller-Gand-Trio. Foto: BeckerBredel

Schon der Auftakt, ein Jazz-Stück von Esbjörn Svensson, kommt beim Publikum gut an. Applaus!