Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 00:00 Uhr

Alltag mit einem Hauch Wahnsinn

Großrosseln. Eine Ausstellung mit dem Titel „Frau.Doktors Sprechstunde“ verspricht interessant zu werden. Was wirklich hinter dem Titel steckt, wissen jetzt knapp sechzig Kunstinteressierte, die sich zur Vernissage vor wenigen Tagen im Foyer des Rosseler Rathauses einfanden. Nadja Spieldenner

Alle schauen gespannt an die Wände mit teils fragendem, teils beeindrucktem Ausdruck in den Augen. Die Künstlerin, Evi Derouet-Hümbert, oder Frau.Doktor, wie ihr Künstlername lautet, steht mitten unter ihnen, unterhält sich mit dem ein oder anderen, strahlt über das ganze Gesicht. Bürgermeister Jörg Dreistadt hat soeben ihre Ausstellung im Foyer des Großrosseler Rathauses eröffnet: "Am meisten verwundert hat mich ja Ihre E-Mail-Adresse", lacht Dreistadt, "Aber Sie sind ja tatsächlich Doktor!" Recht hat er, Derouet-Hümbert ist im normalen Leben Molekularbiologin, ihren Doktortitel hat sie in Biologie. Seit 2007 fotografiert sie und liebt es, mit dem Computer so viel wie möglich zu experimentieren. "Photoshop ist für mich ein echtes Muss!"

Derouet-Hümbert setzt Kontraste, vermischt reale Porträts mit surrealen, grotesken Hintergründen. Sie kombiniert Alltag mit einem Hauch Wahnsinn, möchte sie doch "in andere Welten entführen, in Welten, die polarisieren!" Ein Thema, das sich in ihren Fotos durchsetzt. "Ich habe beim Fotografieren kein Motto, ich versuche nur immer das aus einer Persönlichkeit heraus zu kitzeln, was ich darin sehe." Natürlich ist sich Frau.Doktor bewusst, dass nicht jedem ihre Fotografien gefallen werden, möglicherweise nehmen sogar einige Menschen Anstoß daran - ganz im Sinn der Künstlerin, die ihre Betrachter zum Nachdenken animieren möchte. Woher Derouet-Hümbert ihre zuweilen makaber anmutenden Ideen nimmt, weiß sie ganz genau: Es ist ein Übertrag vom Maroden der Industriekultur auf Personen.

Sehr gelungen präsentiert die Künstlerin ihr Können und zeigt, dass auch Ausnahmethemen ihre Berechtigung haben, frei nach dem Motto: "Es gefällt - oder auch nicht!" (Dreistadt).

Besichtigt werden kann die Ausstellung noch bis Freitag, 17. April, während der Öffnungszeiten im Rathaus Großrosseln .