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10 000 Zuschauer waren am Dienstag beim Fastnachtsumzug in Großrosseln

Ende des Straßenkarnevals im Regionalverband : Großrosselns Fastnachtsfinale war klasse

Karnevalisten wissen: Wenn der Abschied schon sein muss, dann sollte er so schön sein wie in der Warndtgemeinde.

Es ist traditionell der letzte Umzug im Regionalverband. Noch einmal haben Kinder die Chance, Bonbons und andere Süßigkeiten zu sammeln. Und die Passanten am Wegesrand können mitschunkeln und singen, bevor sie am Aschermittwoch der Alltag wiederhat.

Der Karnevalsverein „Doll Doll“ in Großrosseln kann sich über mangelndes Interesse denn auch nicht beklagen. Gut 10 000 Zuschauer säumten den Weg zwischen Großrosseln und dem Velsener Kreisel, während der Umzug mit 66 Gruppen rund zwei Stunden lang den Ort mit Frohsinn füllte.

An der Rosseltalhalle hatte Ortsvorsteher Fred Schuler Position bezogen und moderierte die Narrenparade. Seit 15 Jahren macht er das und gestand „zur eigenen Schande“, dass er bis heute noch nicht Mitglied bei den „Doll Doll“ geworden sei.

Allerdings sei seine Tochter als Gardemädchen am Start. Für die war es feucht und kalt, doch daran sind die Großrosseler schon gewöhnt. „Wir haben allen Mädchen an Weihnachten Regenschirme geschenkt, und für Weihnachten 2020 wünschen wir uns Thermowäsche“, sagte Betreuerin Heike Remm. Regencapes und wasserabweisende Kunststoffhüte hätten sie ohnehin schon angeschafft. Denn eins sei klar: der Umzug findet bei jedem Wetter statt. So sahen das auch die anderen Gruppen, die sich dem Narrenzug angeschlossen hatten.

Darunter waren Fastnachter von der Lebenshilfe Völklingen, die mit dem Zugmotto „Unser Herz schlägt für Vielfalt“ für Inklusion warben. Und da waren die großen Wagen der „Doll Doll“, der Braddler oder der Warndtkater mit Garden und Prinzenpaaren, kiloweise Wurfmaterial inbegriffen. Den Blick in die Zukunft bot die „Doll Doll Glaskugel“, die dem Verein eine 100-jährige Zukunft voraussagte, nachdem Hermi Müllers „Dollonauten“ die Bühne passiert hatten. Das in Großrosseln alles „Doll“ ist, zeigt sich im Schlachtruf. Nur im Warndt rufen die Narren „Doll Doll“. „Alleh hopp“-Rufer werden gleich schief angeschaut. Zugleiter Christian Metzinger war am Ende zufrieden. Das Wetter hatte weitgehend gehalten.

Und bei der Ludweiler Brassband bedankte sich Schuler, indem er für deren 65-Jahr-Feier warb. Zum Jubiläum marschierte die Brassband an der Zugspitze. Als die Blasmusiker den Kreisel erreichten, war die Gummibärenbande der AG Heidstock als Schlussnummer noch nicht am Marktplatz – so lang war der Umzug in diesem Jahr.