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Großeinsatz von Polizei und SEK an Polizeischule Göttelborn

Verdacht auf Bedrohungslage : Nächtlicher SEK-Einsatz an Polizeischule

Ein Mann in psychischem Ausnahmezustand hat am späten Montagabend für einen Großeinsatz der Polizei und des SEK auf dem Gelände der Polizeihochschule in Göttelborn gesorgt.

Rund um das ehemalige Bergwerk Göttelborn hat es am späten Montagabend einen Polizei-Großeinsatz gegeben: Polizisten haben das Areal des Campus Göttelborn der Fachhochschule für Verwaltung weiträumig abgesperrt, das Sondereinsatzkommando (SEK) ist im Einsatz, alle Wege sind blockiert durch Streifenwagen. Selbst auf Fußwegen stehen Polizeibeamte, die Gleise werden bewacht, in den umliegenden Straßen sind zahlreiche Zivilfahrzeuge unterwegs.

Im Verlauf des Abends kommen immer weitere Polizeieinheiten zum Café Kantine Flöz, wo ein Sammelplatz eingerichtet wird. Auch der Rettungsdienst wird alarmiert. Ein Rettungswagen und ein Notarzt stehen bereit, die Einsatzleitung Rettungsdienst wird ebenfalls alarmiert. Das ist üblich bei sogenannten Sonderlagen, wenn ein länger andauernder Polizeieinsatz zu erwarten ist, bei dem es Verletzte geben könnte. Der eigentliche Einsatzbereich ist allerdings uneinsehbar weit abgeriegelt, Anwohner filmen von Balkonen aus die Polizeifahrzeuge.

Im Gebäude befindet sich ein Polizeibeamter in psychischem Ausnahmezustand - das teilt das Landespolizeipräsidium am Dienstagmorgen auf SZ-Anfrage mit. In dem Gebäude ist auch die Ausbildungsstätte der Landespolizei untergebracht. Hier trainiert normalerweise das Sondereinsatzkommando (SEK). „Da der Mann als Ausbilder und Schießtrainer Zugang zu Waffen hat, wurde sicherheitshalber weiträumig abgesperrt“, teilt Polizeisprecher Georg Himbert mit und stellt klar: „Es ist in der Nacht kein einziger Schuss gefallen!“ Damit widerspricht er der Darstellung von Anwohnern, die „schnell aufeinander folgende Schüsse“ gehört haben wollen.

Laut Himbert war der Mann kurz zuvor in einen Verkehrsunfall bei Spiesen-Elversberg verwickelt. Beide Unfallbeteiligten hatten sich von der Unfallstelle entfernt - an den Fahrzeugen war nur leichter Sachschaden entstanden. Von einem Rastplatz aus habe der Mann die Polizei angerufen und mitgeteilt, dass es ihm nicht gut gehe. Doch nachdem er sein Kennzeichen durchgegeben hatte, brach die Verbindung ab, bevor er seinen Standort mitteilen konnte. Über das Kennzeichen wissen die Polizisten jedoch, wer der Mann ist und suchen nach ihm - zunächst in seiner Wohnung, anschließend an seinem Arbeitsplatz. In der Polizeihochschule finden sie ihn.

Kurz vor Mitternacht ist der Einsatz beendet, SEK-Beamte verlassen das Gebäude der Polizeischule und bringen den Mann zum Rettungswagen, der den Mann in eine Klinik bringt.