Große Heiligabend-Aktion für arme und einsame Menschen im E-Werk Saarbrücken

Kostenpflichtiger Inhalt: Weihnachtsfest für Obdachlose, Arme und Einsame : Heiligabend-Aktion gibt es seit 50 Jahren

Am 24. Dezember laden die evangelische und katholische Kirche Obdachlose, andere Bedürftige und einsame Menschen zu einem Fest im E-Werk in Saarbrücken ein. Es ist alles gratis.

An Heiligabend soll niemand allein sein. Dafür krempeln sich schon seit Jahren jedes Jahr an die 150 Menschen aus Saarbrücken und Umgebung die Ärmel hoch und wuseln herum, bis alles funktioniert. „Seit Jahren“ reicht diesmal aber nicht, 2019 muss man da schon genau sein. Denn die Heiligabend-Aktion der evangelischen und der katholischen Kirche in Saarbrücken geht an diesem 24. Dezember, ab 14 Uhr, zum 50. Mal über die Bühne. Die erste Aktion gab es 1969, damals noch recht klein und ausnahmslos für Obdachlose, bewältigt von den Jugendorganisationen der Kirchen im Pfarrheim St. Michael. Inzwischen ist das Zusammensein in der Dimension eines Festes so angewachsen, dass da seit 2008 schon das E-Werk her muss, gratis zur Verfügung gestellt von der Stadt, um allen einen warmen Platz an der geschmückten Tafel bieten zu können.

Und es kommen viele Leute, weswegen schon mal das Essen knapp werden kann und alle ein bisschen zusammenrücken müssen. Die Zusammenkunft darf bloß nicht mit einer geregelten Gastronomie verglichen werden. Denn längst sind nicht nur Obdachlose, eine überschaubare Gruppe, angesprochen, sondern jeder, der bedürftig ist oder sich eben einsam fühlt in einer Jahreszeit, in der das so schnell passiert. Es ist alles geschenkt. Inzwischen sind auch viele Familien dabei, bei denen das Weihnachtsfest zu Hause unter keinem guten Stern steht, weil die Eltern vielleicht ihren Job verloren haben, keine Anstellung mehr finden, aber drei Kinder zu ernähren haben, wie der Leiter der Aktion, Diakon im Dekanat Horst-Peter Rauguth, von Gästen der vergangenen Jahre erzählt.

Die Zahl der Besucher schwankt von Jahr zu Jahr. Selbst das Wetter spielt eine Rolle. Aber mit rund 800 Besuchern rechnen die Organisatoren, bei 1000 muss und wird man leider die Türen schließen müssen. Ersthelfer sind da, falls etwas passiert. Im Saal bekommen die Gäste viel Wärme ab, und damit ist nicht nur die Heizung gemeint. An langen Tafeln werden sie sitzen und von zwei Bühnen aus unterhalten werden, während es zuerst Tee und Kuchen gibt und später dann eine deftige Mahlzeit. Was es gibt, wollen sich die Organisatoren als Überraschung wahren genau so wie einen Musiker samt Band, der im E-Werk auftreten soll. Außerdem dabei sind der Chor Chorioses, die Tanzschule Euschen-Gebhardt, der evangelische Posaunenchor Alt-Saarbrücken/Malstatt und der Gitarrist Hector Zamora.

Die Organisatoren der Aktion (von links): Horst-Peter Rauguth, Elisabeth Einig, Alexandra Klein, Esther Ruth-Dörr, Joachim Wörner, Benedikt Welter und Heiner Buchen. Foto: Iris Maria Maurer

Gegen Ende der Veranstaltung kommt es schließlich zur Bescherung, bei der in den vergangenen Jahren mit Lebensmitteln bis an den Rand gepackte Tüten alle Anwesenden zum Staunen brachten. Für die Kinder, von denen erfahrungsgemäß um die einhundert da sein werden, haben die Organisatoren sich eine Extra-Betreuung ausgedacht mit vielen Spielen, bei der es dann auch eine eigene Bescherung geben wird – alles Gaben und Geschenke, die den Gästen nicht zur Last fallen sollen, aber natürlich etwas kosten: Mit 35 000 Euro schlägt die Heiligabend-Aktion insgesamt zu Buche, allein die Geschenke werden 18 000 Euro schlucken. Deshalb hoffen die beiden Kirchen auf Spenden und finanzielle Unterstürzung.

Hilfe an Heiligabend selbst gibt es schon genug. Aber für die Vorbereitungen, fürs Herrichten des Saals und den Abbau der Tafel und der Bühnen suchen die Organisatoren noch Ehrenamtliche.

Kontakt und weitere Informationen gibt es beim Team der Heiligabend-Aktion unter Tel. (0681) 9068-333.

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