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Kunst trifft Armut: Große Gemäldeschau bei Saarbrücker Tafel

Kunst trifft Armut : Große Gemäldeschau bei Saarbrücker Tafel

Hans Peter Mentis ist 65, schon als Schüler malte er die Werke großer Meister nach. Jetzt zeigt er einige seiner Bilder in der Saarbrücker Tafel

Vor  der Saarbrücker Tafel  ist um die Mittagszeit Hochbetrieb.  Einer von drei Kühl-Lkw´s hält vor der Eingangstüre in Saarbrücken-Burbach. Fleißige Mitarbeiter laden den Lkw aus. Große Kartons mit Obst und Gemüse werden hineingetragen und drinnen in der Tafel ausgepackt und sortiert.

Neben der Eingangstüre steht  Uwe Bußmann,  der derzeitiger Leite, 66 Jahre alt, der für die   Saarbrücker Tafel schon seit 1998 arbeitet.

Er  sagt: ,,Wir haben viel zu tun. Der Andrang ist groß.  Es gibt über  4500 bedürftige  Menschen, denen wir hier helfen werden.  Die Helfer arbeiten alle   ehrenamtlich. Bei der Abholung von Lebensmitteln erwarten wir eine Spende von zwei Euro pro Kunde, egal für wie viele Personen er Ware abholt.“

 Die  Innenwände des Ausstellungs- und Aufenthaltsraumes der Saarbrücker Tafel  sind  hell und wurden gerade  frisch gestrichen: ,,Ja, das hat ein Profi gemacht. Die Wände hatten es nötig“, erzählt Uwe Bußmann bei unserem Rundgang.  Der ,,Profi“ ist Hans Peter Mentis, 65 Jahre alt, Familienvater und Inhaber eines Malergeschäftes, das nur etwa  100 Meter von der Saarbrücker Tafel entfernt ist.

Es hat sich rumgesprochen, dass Hans Peter Mentis  nicht nur  die Hauswände bemalen kann: ,,Ich habe schon als Schüler Bilder in Öl gemalt.  Eines meiner großen Vorbilder war Toulouse Lautrec, der 1864  geboren wurde und bis zu seinem frühen Tod im Jahr 1901 über 100 Bilder malte.  Er war auch der Künstler, der die Plakate für die Variete-Auftritte der  Mouline Rouge Gruppe herstellte. “   Hans Peter Mentis  zeigt mir bei unserem Rundgang  in seinem Haus  die Bilder,  die  er von den Originalen großer  Künstler wie Pablo Picasso oder  Vincent van Gogh, in eindeutigen klaren Farben,   „nachgemalt“ hat. Ein Bild von  Georg Tappert,  einem deutschen Künstler, der eine ,,Sitzende mit Hut und Veilchenstrauß“ gemalt hat, kopierte er so gut, dass er es für einen „guten Preis“ verkaufen konnte.

Der italienische  Maler Amedio Modigliano, 1884-1920, starb sehr früh. In seiner Biografie kann man nachlesen: ,,Er malte 420 Bilder. Sein Leben war  von der Kunst, aber auch von  Armut, Alkohol und Drogen geprägt. Er malte ein Portrait seiner Lebensgefährtin Jeanne Heburteme. Es ist das einzige Bild von ihr. “

 Auch dieses Bild,  wie über 30 andere Bilder, die Hans-Peter Mentis malte, werden in der Ausstellung  in der Saarbrücker Tafel zu sehen sein, die am 27. Juni eröffnet wird.