Kolumne So kann’s gehen : Fast so kurvig wie die Mosel

Der, wie ich finde, schönste Nebenfluss des Rheins ist immer einen kurzen Urlaub wert. Fünf Übernachtungen im Hotel, in dessen Keller fuderweise flüssige Köstlichkeiten lagern, liegen hinter mir. Damit die Roten und die Weißen aus den Weinbergen ringsum nicht auf sich allein gestellt durch meinen Körper wandern mussten, bekamen sie deftige Gesellschaft.

Zum Beispiel wunderbar würzigen Schinken vom Frühstücksbüfett. Schließlich wollte ich ja das Mittagessen ausfallen lassen – und musste mich für die langen Stunden bis zum Abendessen wappnen. Die Kilometer entlang der kurvigen Mosel hatten es schließlich in sich. Von Erinnerungen an einen wahren Wandermarathon gestärkt, griff ich abends gern und lange zu Messer und Gabel. Schade nur, dass sich die Kalorienzufuhr an den fünf Tagen auch nicht mit noch so vielen Wanderschritten ungeschehen – und ungesehen – machen ließ. Erinnerungsstücke muss ich mir nach der Schlemmerei jedenfalls nicht mehr kaufen. Das Urlaubssouvenir wölbt sich markant wie die Trittenheimer Moselschleife über meinen Hüften.

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