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Globetrotter kommen nach Saarbrücken, um von ihren reisen zu berichten

Globetrotter : 53 000 Kilometer per Anhalter

Globetrotter aus ganz Deutschland berichten in Saarbrücken von ihren Reisen.

Heinz Zimmer aus Bubach ist heute noch fassungslos. „Das war eigentlich unmöglich“, sagt er. Dennoch ist es genau so gewesen, versichert er. Er war im Himalaya unterwegs, um mit einem Freund etwas zu schaffen, was bisher kein Mensch gemacht hat: die Himalayakette auf dem Lamayuru-Darcha-Trekk mit dem Fahrrad zu überwinden. Bereits in den ersten Tagen schien dieser Versuch gescheitert. Die Kette an Zimmers Fahrrad war gerissen.

„Es war ein Albtraum“, erinnert er sich. Natürlich müsse man mit so etwas rechnen. Und deshalb hatten die beiden Saarländer auch eine Kettennieter dabei. Aber beim Versuch der Reparatur brach dessen Spitze ab. „Da war eigentlich Schluss“, schildert Zimmer. Die beiden Männer schoben ihre Räder bis zum nächsten Zwischenziel, einem Kloster. Dort geschah etwas, das Zimmer auch heute noch, gut ein Jahr später, als Wunder bezeichnet. Einer der Mönche schaute sich den Schaden an, verschwand und kam mit einer Fahrradkette und einem Kettennieter zurück. Warum auch immer die in diesem Kloster so etwas hatten, die Reise ging weiter.

Dass er und sein Freund die ersten waren, die den Pass mit dem Rad überquerten, weiß Zimmer von den Bewohnern einer „Vier-Häuser-Siedlung an einem Nadelöhr“, wie er sagt. „Da muss jeder vorbei, der über den Pass will. Und man hat uns versichert, dass mit dem Rad noch niemand hier oben war“, erzählt Zimmer.

Heinz Zimmer ist stellvertretender Vorsitzender der Freunde des Abenteuermuseums und sucht solche Herausforderungen. So wie sie der Gründer des kurz nach seinem Tod 2004 geschlossenen Saarbrücker Abenteuermuseums, Heinz Rox-Schulz, gesucht hatte. Rox, wie ihn seine Freude nennen, ist in Gegenden vorgedrungen, in denen zuvor kein weißer Mann war. „Diese Reisen, wie sie Rox gemacht hat, kann man heute nicht mehr machen“, sagt Zimmer.

Selbst in die entlegensten Winkel der Welt führen heute Straßen. Zimmer war 1977 zum ersten Mal im Himalaya. 1984 ist er die Trekking-Route, die er nun mit dem Fahrrad absolviert hat, zu Fuß gegangen, damals als einer der ersten Europäer überhaupt. „Heute ist das für Trekking-Touristen eine populäre Strecke“, sagt er. Der Mann, der in diesem Jahr in Rente geht, für seinen Verein das Vortragsprogramm organisiert und Globetrotter aus ganz Deutschland einlädt, hat aber den Eindruck, dass „auch bei den Jungen besonderes Reisen wieder an Bedeutung gewinnt“. Die einen brechen, wie Rox damals, ohne Geld auf. Andere versuchen, möglichst klimafreundlich zu reisen, weiß Zimmer. Andere suchen, wie er selbst, die Herausforderung darin, schwierige Strecken mit dem Fahrrad zu bewältigen.

Einer von den jüngeren Globetrottern, Daniel Klesen aus Bergweiler, eröffnet den Vortragsreigen des Vereins am 24. Januar. Auf einer Strecke, die 1,5 Mal dem Umfang unserer Erde entspricht, legte er als Anhalter mehr als 53 000 Kilometer durch 48 Länder zurück.

Heinz Zimmer organisiert das Programm der Freunde des Abenteuermuseums. Foto: Martin Rolshausen. Foto: Martin Rolshausen

Die Sache mit der Fahrradkette und all die anderen ungeheuerlichen Dinge, die ihm und seinem Mitreisenden im Himalaya passiert sind, erzählt Heinz Zimmer dann am 6. März ganz genau und unterhaltsam.