Gleichgeschlechtliches Paar darf nicht „Prinzenpaar des Jahres“ werden

Kostenpflichtiger Inhalt: Fastnacht im Saarland : Gleichgeschlechtliches Paar darf nicht „Prinzenpaar des Jahres“ werden

Konflikt in der Fastnacht: Ein gleichgeschlechtliches Paar darf im Saarland nicht an der Wahl zum „Prinzenpaar des Jahres“ teilnehmen.

Die Fastnacht im Saarland soll „bunt, vielfältig und offen“ sein: So steht es auf der Homepage des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK). Doch Heike II. und Ute I. fühlen sich vom Dachverband der Narren ausgegrenzt.

Das Prinzessinnenpaar der Karnevalsgesellschaft Die Rebläuse aus Kleinblittersdorf wollte an der Wahl zum saarländischen „Prinzenpaar des Jahres“ teilnehmen – doch das erlaubt der VSK dem lesbischen Ehepaar nicht. Der Verband besteht beim Prinzenpaar auf Mann und Frau, die Regeln für den Wettbewerb seien „relativ strikt und klar“, sagt VSK-Präsident Hans-Werner Strauß. Er verweist auf die Ausschreibung, grundsätzlicher auf die „Tradition“ und das eigene Selbstverständnis: „Wir sind ein Brauchtumsverband“, so Strauß.

Am 26. Januar sind die Prinzenpaare aller 180 Mitgliedsvereine des VSK nach Riegelsberg zum traditionellen Prinzenfrühstück eingeladen. Dort konkurrieren sie um den Titel des „Prinzenpaars des Jahres“ – ohne Heike II. und Ute I. Sie dürfen beim Frühstück dabei sein, sich aber nicht mit den anderen messen. In einem Facebook-Post bezieht der Karnevalsverein der beiden Prinzessinnen dagegen klar Stellung. Ein Schatten liege über der Session, dem VSK wirft man Ausgrenzung und fehlendes Fingerspitzengefühl vor.

Dass sich der Dachverband auf Tradition und Brauchtum beruft, kann man bei der 1957 gegründeten Karnevalsgesellschaft nicht nachvollziehen: „Der Verband Saarländischer Karnevalsvereine e. V. nennt es Tradition und Brauchtumspflege, wir nennen es schlichtweg Homophobie und diese Ausgrenzung ist für uns einfach nicht zu dulden.“

VSK-Chef Strauß wehrt sich gegen den Vorwurf der Ausgrenzung, er sagt zum Prinzessinnenpaar aus Kleinblittersdorf: „Wir akzeptieren und wir tolerieren das, aber unser Wettbewerb hat Regeln – und die sind einzuhalten.“ Man habe keine Ressentiment „gegen diese Dinge“, sagt er. Strauß will nicht ausschließen, dass der VSK seine Ausschreibung in Zukunft auf gleichgeschlechtliche Paare ausweitet. Doch bei der Wahl in diesem Jahr müssen Heike II. und Ute I. zusehen.