Gisela Gloßner-Müller engagiert sich für Dudweiler Kinder

Serie Menschen im Regionalverband : Sie will Kinder für das Lesen begeistern

Die Diplom-Bibliothekarin Gisela Gloßner-Müller engagiert sich außerdem im Turnverein und in einem Altenheim.

Lesen bildet, das weiß jedes Kind. Und genau in deren Alter sollten Menschen mit Buchstaben, Wörtern und Sätzen in Schriftform vertraut gemacht werden.

Das fängt bestenfalls in der Familie an, in der Eltern oder ältere Geschwister den Jüngeren vorlesen. Damit soll der Appetit aufs Selbst-Lesen angeregt werden. Neben dem Elternhaus übernehmen diese wichtige Bildungsaufgabe auch die Grundschulen. Und so tun es ebenso die Lehrerinnen an der Albert-Schweizer-Schule im Stadtbezirk Dudweiler.

Doch damit nicht genug: Gisela Gloßner-Müller hilft ehrenamtlich als Leiterin der Schulbibliothek, die frühen Leseschritte ins Laufen zu bringen. Die Diplom-Bibliothekarin ist seit 20 Jahren für die Grundschulkinder da und versucht, die Lesewünsche ihrer jungen Klientel zu erfüllen. Und die sind zum Teil recht ungewöhnlich, wie sie im Gespräch mit der SZ verrät.

Da gebe es einen Jungen, der sich ausschließlich Literatur über Architektur ausleiht. Selbstverständlich sind auch in der Grundschule in Dudweiler-Süd Fantasy-Romane sehr gefragt, was Gloßner-Müller auf die Werbewirksamkeit von Harry-Potter-Romanen zurückführt.

Aktuell verfügt die Schulbibliothek über knapp 2400 Titel, die meist aus Buchspenden von Eltern oder Kindern stammen. Wegen des Geldmangels – einzige Einnahmequelle sei ein jährlicher 200-Euro-Zuschuss vom Schulförderverein – sei da mehr nicht drin. Gerne würden Gloßner-Müller und ihre Kollegin in der Bibliothek, Liz Weikum,  ein aktuelleres Angebot vorhalten, aber mit den 200 Euro könne man eben keine großen Sprünge machen.

Die Ausleihe an der Albert-Schweitzer-Schule ist mittwochs während des Unterrichts, jede Klasse hat hierbei eigene Besuchs- und Ausleihzeiten. Das, so sagt die engagierte Ehrenamtlerin im SZ-Gespräch weiter, sei sinnvoll, damit die Kinder ihre Pause nutzen könnten, um sich auf dem großen Schulhof richtig auszutoben und ihrem Bewegungsdrang nachzukommen.

Gloßner-Müller ergänzt, dass jedes Kind ein Buch für jeweils eine Woche ausleihen darf. Aber natürlich sieht man das in der Schulbibliothek nicht zu eng, eine Verlängerung der Ausleihe sei machbar, solange das pro Kind im Rahmen bleibe.

Die Schule ist aber nicht der einzige Ort, an dem Gisela Gloßner-Müller ein Ehrenamt ausübt. So fungiere sie einmal wöchentlich als Übungsleiterin Kinderturnen beim ATVD, dem Dudweiler Turnverein.

Neben den Kindern ist ihr aber eine alte Dame ans Herz gewachsen, der sie einmal pro Woche beim Besuch im Altenheim St. Irmina vorliest. Die Seniorin sei nämlich aufgrund der Folgen eines Schlaganfalls nicht mehr in der Lage, selbst zu lesen. Sie freue sich aber jedes Mal sehr auf die Vorlesestunden mit der Diplom-Bibliothekarin. Und diese Freude teilen die beiden Frauen miteinander. Lesen bildet eben nicht nur, es verbindet auch die unterschiedlichsten Menschen – von Jung bis Alt.

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