| 20:28 Uhr

Titelkämpfe in der Halle
„Gib deiner Oma den Schläger“

Der Marpinger Simon Junk von der SG Nordsaar hat das Finale um die Tennis-Saarlandmeisterschaften gegen den Ottweiler Moritz Pfaff deutlich mit 6:3 und 6:3 gewonnen. Damit hat der 18-Jährige seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt.
Der Marpinger Simon Junk von der SG Nordsaar hat das Finale um die Tennis-Saarlandmeisterschaften gegen den Ottweiler Moritz Pfaff deutlich mit 6:3 und 6:3 gewonnen. Damit hat der 18-Jährige seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt. FOTO: Peter Franz
Saarbrücken. Moritz Pfaff vom TC Rotenbühl hat erneut ein Finale der Tennis-Saarlandmeisterschaft gegen Simon Junk verloren. Nach der Niederlage bei den Titelkämpfen im Freien unterlag er dem Spieler von der SG Nordsaar auch in der Halle. Von David Benedyczuk

Nach 77 Minuten Spielzeit ist Simon Junk am Ziel: Der Marpinger feuert einen letzten Aufschlag über das Netz in der Tennis-Halle an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule. Sein Gegner Moritz Pfaff hat Probleme. Der Vorhand-Return des Rivalen aus Ottweiler segelt weit ins Aus. Junk ballt die rechte Faust. Der 18-Jährige blickt kurz ins Publikum und pustet kräftig durch. Mit dem 6:3 und 6:3 im Finale verteidigte der Spieler der SG Nordsaar am Sonntag seinen Vorjahrestitel und krönte sich nach 2015 und 2017 erneut zum Hallen-Saarlandmeister der Aktiven.


„Ich bin sehr zufrieden. Im Turnierverlauf habe ich immer besser meinen Rhythmus gefunden und im Finale meine beste Leistung gezeigt. Dass ich das Niveau über eine Stunde halten konnte, kommt überraschend, weil ich mich eigentlich auf mein Abitur konzentriere“, sagte Junk nach seiner erneuten Titelverteidigung. Er will nach dem Abi seine Tennis-Karriere an einem College in den USA vorantreiben.

Junks 17 Jahre alter Gegner hatte vor den knapp 100 Zuschauern früh begonnen, mit seinem Spiel zu hadern. „Wie kann man nur so schlecht spielen, ausgerechnet heute gelingt dir nix“, machte Pfaff seinem Ärger lautstark Luft, nachdem er beim Stand von 3:5 und eigenem Aufschlag mit einem leichten Fehler für Junks ersten Satzball gesorgt hatte. Die Worte des Akteurs vom TC Rotenbühl erinnerten an den legendären Ausruf von Boris Becker im Wimbledon-Endspiel 1991 gegen Michael Stich. „Im Wimbledon-Finale spiele ich mein schlechtestes Tennis“, hatte der fünfmalige Grand-Slam-Sieger damals für alle hörbar gerufen.

Wie seinerzeit für Becker wurde es für Pfaff, der im Januar U 18-Saarlandmeister in der Halle geworden war, dadurch nicht besser. Junk nutzte mit einem Return seinen ersten Satzball. Er gewann mit 6:3. Im zweiten Satz haderte Pfaff noch mehr. „Gib deiner Oma den Schläger – die spielt besser“, meckerte er bei seinem ersten Aufschlagspiel. Zwar gelang ihm das 1:1. Die Vorentscheidung folgte aber kurz darauf. Eine Cross-Rückhand aus der Ecke verschaffte Junk eine weitere Breakchance. Ein Fehler von Pfaff erledigte den Rest – der Titelverteidiger führte mit 3:1. Danach hielten beide Akteure ihren Service, sodass Junk beim 5:3 zum Sieg servierte. Er nutzte gleich seinen ersten Matchball.

„Ich bin nicht gut ins Spiel reingekommen. Mein Aufschlag kam nicht. Ich habe schlecht retourniert, während Simon sich auf den Aufschlag verlassen konnte“, analysierte Pfaff nach seiner nächsten Endspiel-Niederlage gegen Junk. Im Juni hatte er das Finale der Saarlandmeisterschaft im Freien mit 4:6 und 5:7 gegen den Marpinger verloren.



Insgesamt war es für Pfaff aber eine gute Hallen-Meisterschaft. Er erreichte ohne Satzverlust das Finale. Im Halbfinale besiegte er Clubkollege und Vorjahresfinalist Noel Hartzheim mit 7:6 und 6:4. Junk hatte dagegen im Viertelfinale beim Dreisatzsieg gegen Milan Welte vom TZ Sulzbachtal Mühe. Im Halbfinale besiegte der nun fünfmalige Aktiven-Saarlandmeister Fred Schommer (TC Rotenbühl) mit 6:1 und 7:6.

Ein Trip nach Tschechien war der Grund, warum die Saarlandmeisterin der Damen erst am Dienstag gekürt wurde. Die erst 13 Jahre alte Titelverteidigerin Sarah Müller vertrat in Rakovnik die deutsche U14 beim „Europe Winter Cup“. Sie gewann alle drei Einzelpartien. Am Montag spielte die Akteurin vom TuS Neunkirchen im Halbfinale der Saarlandmeisterschaft gegen Vanessa Schäfer vom TC Beaumarais-Lisdorf. Müller gewann 6:3 und 6:3 und traf im Finale auf Samira Backes vom TC Homburg, die ihre Clubkameradin Sofie Schwenkreis mit 6:0 und 6:3 besiegt hatte. Sarah Müller siegte deutlich mit 6:0 und 6:2.

Die Senioren spielen noch bis zum 18. Februar an der Sportschule ihre Saarlandmeister in den Altersklassen M/W 30 bis M 75 und W 70 aus.

Die Neunkircherin Sarah Müller war auch dieses Jahr bei den Saarlandmeisterschaften nicht zu schlagen. Dabei ist sie erst 13 Jahre alt.
Die Neunkircherin Sarah Müller war auch dieses Jahr bei den Saarlandmeisterschaften nicht zu schlagen. Dabei ist sie erst 13 Jahre alt. FOTO: Peter Franz