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Gemischter Saarbrücker Damenchor
Gesang zum Staunen ist ihr Ding

Malstatt. Seit 25 Jahren sucht der Gemischte Saarbrücker Frauenchor sein Repertoire abseits ausgetretener Pfade.

Der „Gemischte Saarbrücker Damenchor“ sieht sich als künstlerisch-kulturelle Organisation zur Förderung moderner Frauenchormusik. Im September 1992 gründeten einige Frauen diesen Chor, der sich der Freude am Singen ebenso verbunden fühlt wie dem Feminismus. Schon der Name sollte zeigen, was dem Ensemble wichtig ist: Die Vielfalt weiblicher Lebensformen und Erfahrungen sollte sich in der Zusammensetzung des Chores und in seinem Repertoire wiederfinden.


Warum aber handelt es sich um einen gemischten Chor, wo doch nur Sängerinnen mitmachen? „Schon ein bisschen, weil man deshalb fragt und neugierig auf uns wird“, sagt Ingrid Habitz, eine der Damen. Mittlerweile singen gut 50 Frauen voller Esprit von Arbeit, Liebe und Politik.

Sie werfen aus der Frauenperspektive einen neuen Blick auf bekannte Chorliteratur. Und sie bringen vergessene oder verkannte Kompositionen auf die Bühne, singen klassisch, jazzig, schrill und engelsgleich.

So gemischt wie die Sängerinnen sind ihre Konzertprogramme: Das Spektrum reicht von der Romantik über afrikanische Chormusik bis hin zu Liedern aus den 1920er-Jahren. Kein Wunder, dass der Chor in keine Schublade passt. Hauptsächlich macht er weltliche Musik, tritt aber auch gelegentlich in Kirchen auf, wie die stellvertretende Vorsitzende Claudia Friedhofen einwirft: „In unseren sehr vielfältigen Projekten widmen wir uns zum Beispiel Komponistinnen oder frauenspezifischen Themen, stets wollen wir dabei einen Bezug zu unserem Leben herstellen.“

Nur zu singen, reicht den Damen nicht. Oft kleiden sie ihren Vortrag in eine Choreografie oder kleine Schauspiel-Einlagen.



Die Vorsitzende Christine Steck: „Meist unterstützten uns Schauspieler und Choreografen des Staatstheaters dabei.“

Weiter bereichern sie ihre Auftritte oft mit Licht- und Video-Installationen, so zuletzt beim Benefizkonzert für den Verein Medica Mondiale,  eine international tätige Frauenrechts- und Hilfsorganisation, die sich seit 1993 in Kriegs- und Krisengebieten für die Rechte von Frauen und Mädchen einsetzt und sexualisierte Gewalt anprangert. Das bisher Erreichte führen die Damen auf ihre „äußerst rührige Chorleiterin“ zurück: Amei Scheib, die viele Impulse setzt und großen Wert darauf legt, dass der Chor fast alles auswendig vorträgt. Was wiederum die Akteurinnen mit Stolz erfüllt. Was noch zum Glück fehlt? „Junge Sängerinnen, die sich uns anschließen.“