Gerd Ziegler ist Vorsitzender der Modelleisenbahnfreunde Heusweiler

Kostenpflichtiger Inhalt: Heusweiler/Wahlschied : Gerd Zieglers Hobby ist die Modellbahn

Der 83-Jährige ist Vorsitzender der Modelleisenbahnfreunde Heusweiler. Die laden am Sonntag zum Modellbahnmarkt.

Das Miniatur-Wunderland in Hamburg verzeichnet Besucherzahlen, die inzwischen die Millionenmarke knacken. Die Modelleisenbahn ist dort in eine Miniatur-Landschaft eingebettet, an der man sich kaum sattsehen kann. In Wahlschied gibt es etwas Ähnliches, zugegeben etwas kleiner, aber mit jeder Menge Wow-Effekten. Am Sonntag kann man die Anlagen besichtigen. Und wer bei trübem Wetter mit Kindern etwas unternehmen will, wird nicht enttäuscht sein.

Gerd Ziegler (83) ist der Vorsitzende der Modelleisenbahnfreunde Heusweiler, die am 20. Oktober zwischen 10 und 16 Uhr in der Sporthalle Wahlschied ihren 47. Heusweiler Modellbahnmarkt veranstalten und in der nahen Schule zur Besichtigung der Clubanlage einladen.

Ziegler ist jeden Montag bei den Clubabenden. Seit 1955 hat der Drogist eine eigene Eisenbahn, die er von seinem ersten Lohn bezahlte. „Die Platte war 2 Meter lang und 1.30 Meter breit. Es war eine Gleichstrom-HO-Eisenbahn und keine Märklin“, sagt er und deutet den „Glaubenskrieg der Modelleisenbahner“ an, die zwischen Gleich- und Wechselstromanlagen unterscheiden.

Den Zuschauer wird das weniger interessieren, er wird in der analogen Gleichstrom Clubanlage den sieben Zügen zuschauen, die wechselweise auf die Hauptstrecke gehen. Daneben schlängelt sich eine Weinbergbahn durch 1318 handgefertigte Mini-Rebstöcke, in der Stadtkulisse fahren Saarbrücker Linienbusse, die Saarbahn verkehrt, Autos stehen an roten Ampeln und starten, wenn es Grün wird. Auf dem Friedhof leuchten die Grablichter, in der Kleingartenanlage sitzen Menschen am Schwenker und der raucht sogar!

Die Modelleisenbahner in Heusweiler lassen nicht nur Züge rollen. Sie haben eine Stadt gebaut, eine Landschaft mit Bergen und der Zillertalbahn. In der Stadt flackern Blaulichter von Rettungswagen, die Straßenwacht ist im Einsatz, mit kleinen Figuren sind Alltagsszenen nachgestellt. Ja, es gibt sogar ein Rotlichtviertel. Mit Lupe kann man es gut erkennen. Bei vielen Sachen muss man zweimal hinschauen. Die Modellwelt ist eben klein.

Gerd Ziegler hat sie nicht alleine gebaut, die 38 Clubmitglieder bringen sich ein. Der Erlös des Modellbahnmarktes fließe aber voll in die Clubanlage, sagt Ziegler. Tausende Stunden Arbeit stecken in ihr.

Ziegler selbst bastelt mit. Er ist nach wie vor fasziniert von dem, was er  als typisches Männerhobby beschreibt.

Der Club, der im kommenden Jahr 40 Jahre alt werde, habe erst zweimal Frauen als Mitglieder gehabt. Aktuell seien nur Männer dabei. Trotzdem sei die Anlage faszinierend für die ganze Familie, gerade die Kinder würden stets mit leuchtenden Augen vor den Bahnen stehen. Ihn selbst habe das Hobby auch nie losgelassen, obwohl er zwischenzeitlich mehr gesammelt als getüftelt habe.

„Ich hatte 680 Lokomotiven in meiner Sammlung, jetzt sind es nur noch 95. Ich habe einen Teil abgegeben“, sagt er. Der Club treffe sich immer montags ab 18 Uhr in der alten Schule – für Ziegler ist das ein Pflichttermin. Weitere Informationen gibt es im Internet.

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