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Gerd Weidenfeld ist einer der profiliertesten Sportler im Regionalverband

Gerd Weidenfeld aus Dudweiler : Ein Sportsmann durch und durch

Gerd Weidenfeld hat sich von Kindesbeinen an dem Fußball verschrieben. Dann entflammte seine Liebe für Judo.

Gerd Weidenfeld, 1944 geboren, ist ein Dudweiler Urgestein. Dort ist er aufgewachsen, und dort lebt er noch heute. „Unser Haus war eine richtige Bruchbude. Wir haben ein richtiges Schmuckstück daraus gemacht“, erzählt er stolz. Mit „wir“ meint Weidenfeld, Vater von zwei Töchtern, sich und seine Frau Ingelore. „Sie ist die gute Seele. Wenn ich sie nicht gehabt hätte… Wir haben ein super Familienleben. Wenn irgendetwas war, hat die Familie immer total zusammengehalten. Dann war auch mal der Sport zweitrangig“, berichtet er.

Wenn er es denn mal war. Schon im frühen Kindesalter entwickelte Weidenfeld eine Liebe zum Sport. „Ich war der Straßen-Bolzer hier in der Gegend. Mit sechs Jahren habe ich angefangen mit Fußball. Sonst hat es ja nichts gegeben. In den Verein durfte man aber erst mit zehn Jahren“, sagt er. Weidenfelds Förderer war Willi Crauser, „ein Freund von Fritz Walter. Er hat alles gewusst und gekonnt. Der war Trainer, Vater, Erzieher, Psychologe, Lehrer. Er hätte uns früher alle in den Verein geholt, wenn er das gedurft hätte“.

Beim ASC Dudweiler begann Weidenfelds Karriere. Von der C- bis in die A-Jugend, dann zu den Aktiven. Ein paar Jahre kickte er beim TuS Herrensohr, später kam er zu seinem Heimatverein zurück. Ausgetreten aus dem ASC ist er nie. In diesem Jahr feiert er 65 Jahre Mitgliedschaft. „Vize-Saarlandmeisterschaften, Saarlandpokal-Sieger. Wir haben in der dritthöchsten Liga gespielt. Als Amateure. Da war alles dabei“, weiß er noch.

1977 begann Weidenfeld, der als technischer Zeichner arbeitete, ein weiteres, prägendes Kapitel seines Lebens. Er entschloss sich, Schiedsrichter zu werden. „Aufgrund einer roten Karte, die ich erhalten habe. Weil ich es immer als ungerecht empfand, wenn man verpfiffen worden ist. Ich hatte so ein bisschen einen Gerechtigkeits-Fimmel“, erklärt er. 41 Jahre lang tourte Weidenfeld als Unparteiischer durch das Saarland und darüber hinaus bis in die Amateur-Oberliga. „Am 1. Dezember war mein letztes Spiel in der C-Junioren-Verbandsliga: SV Saar 05 gegen JFG Saarschleife“. Für seine Treue würdigte ihn der Saarländische Fußball-Verband 2018 mit der Ehrenschiedsrichter-Würde.

Und wie sich das für einen „echten“ Fußballer gehört, machte er auch als Trainer Karriere. 21 Jahre war Weidenfeld Übungsleiter, unter anderem bei den Sportfreunden Reinheim und beim SV Schnappach. „Da war ein Spiel. Wir waren ungeschlagen, 58:0 Punkte und 130:26 Tore. Wir sind zum letzten Spiel nach Auersmacher gefahren, und das Fernsehen war da“, plaudert er und beginnt zu lachen: „Und dann haben wir das letzte Spiel verloren. Das ist in die Hose gegangen. Aber das hat zusammengeschweißt.“ Seine ehemaligen Vereine besucht er heute noch regelmäßig.

Diese besondere Verbindung ist geblieben. Schon zu seinen aktiven Zeiten schaute er über den Tellerrand hinaus. „Ich habe sechs Jahre Judo gemacht. Sogar ein Jahr in der Regionalliga Süd. Aber das durfte ja keiner wissen. Also habe ich samstags Judo gemacht und sonntags Fußball gespielt. Irgendwann ist es doch aufgeflogen“, erzählt er. „Da hatte ich mich im Judo verletzt. Beim Aufwärmen habe ich sagen müssen, dass ich mich gezerrt habe. Dann habe ich meinem Trainer reinen Wein eingeschenkt.“

Bis heute ist er regelmäßig auf Achse. Jeden Montag beispielsweise beim Fußball-Tennis. Ab und an geht er schwimmen oder schaut sich, ganz ohne eigene Bewegung, verschiedene Sportarten an, zum Beispiel Basketball oder Handball. „Was ich sonst noch mache? Er da“, sagt er und streichelt seinem Hund zweimal über den Kopf, der es sich auf dem Boden bequem gemacht hat: Picasso, sechs Jahre alt, ein Australian Shepherd. „Jeden Tag gehe ich zweimal mit ihm in den Wald.“

Wenn das noch nicht reicht, dann frönt er seinem großen Hobby, dem Wandern. „Mal alleine oder mit guten Freunden. Ich bin viel in den Vogesen. Drei-, vier-, manchmal fünfmal im Jahr und mache dort die Berge unsicher.“ Ein Ende ist noch nicht in Sicht.