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Hier werden Prioritäten gesetzt
Geld aus Fördermaßnahmen soll fließen

Die Gemeinschaftsschule in Quierschied wird zur gebundenen Ganztagsschule ausgebaut.
Die Gemeinschaftsschule in Quierschied wird zur gebundenen Ganztagsschule ausgebaut. FOTO: Iris Maria Maurer
Quierschied. Der Quierschieder Gemeinderat beschäftigt sich am Donnerstag mit Investitionsmöglichkeiten.

( Kennen Sie KInvFG? Es ist die Abkürzung für das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz. Damit will der Bund die Länder bei der Förderung der Investitionstätigkeit finanzschwacher Gemeinden und Gemeindeverbände unterstützen. Auf das Saarland entfallen dabei knapp 72 Millionen Euro. Das Geld soll in Infrastruktur-Maßnahmen, Städtebau, energetische Sanierungen, Lärmbekämpfung oder Ausbau der Informationstechnologie, aber auch in die Bildung fließen.


Am kommenden Donnerstag beschäftigt sich der Quierschieder Gemeinderat mit den Möglichkeiten, wie die Kommune vom milliardenschweren Fördertopf partizipieren kann. Die Förderquote beträgt 90 Prozent. Das heißt: Quierschied muss zur zugesagten Fördersumme von 1,007 Millionen Euro einen Eigenanteil von 100 700 Euro leisten.

„In einem ersten Schritt sollen noch in diesem Jahr ein Lkw mit Winterdienstausrüstung, ein komplett ausgerüstetes Feuerwehr-Einsatzfahrzeug sowie ein Werkstattwagen für die Gemeindewerke beschafft werden. Entsprechende Haushaltsmittel sind bereitgestellt“, sagt Bürgermeister Lutz Maurer: „Auf Anfrage bei dem für das Programm zuständigen Ministerium für Inneres, Bauen und Sport wurden die aufgeführten notwendigen Beschaffungsmaßnahmen als sogenannte Ersatzbeschaffungen für förderfähig erklärt.“



Eigentlich hatte man in Quierschied drei andere, deutlich teurere Maßnahmen ins Auge gefasst, diese dann aber wieder verworfen: die energetische Sanierung der Taubenfeldhalle, ein Neubau des Baubetriebshofes sowie die Sanierung der Grundschule Lasbach. „Die Taubenfeldhalle wurde zurückgestellt, weil die daneben liegende Gemeinschaftsschule zur gebundenen Ganztagsschule umgewandelt wird und der Regionalverband Saarbrücken als Schulträger Überlegungen zur Übernahme des Komplexes anstellte“, sagt Maurer: „Die Voruntersuchungen erfordern nun die Überprüfungen zum Abriss und der dann notwendigen Neuerrichtung einer kleineren Sporthalle oder die ursprünglich vorgesehene Sanierung.“

Der Baubetriebshof gehört zu den Maßnahmen, die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit Sulzbach und Friedrichsthal diskutiert werden. Daher muss – bevor ein neuer Bauhof gebaut wird – erst einmal die Standortfrage geklärt werden.

„In Folge der steigenden Kinderanzahl in den Kindergärten wird es unweigerlich notwendig sein, die in der Grundschule Lasbach vorgehaltenen Räume der Nachmittagsbetreuung ebenfalls zu erweitern. Die sind ja jetzt schon zu klein. Dies kann nur durch Erweiterung in der Fläche oder durch Aufstockung im Bestand erfolgen, wobei dann massivst in die Gebäudesubstanz eingegriffen werden muss, was eine energetische Sanierung daher in der jetzigen Phase nicht sinnvoll erscheinen lässt“, erklärt Maurer.

Im zweiten Schritt sind dann „kleinere“ Maßnahmen an den Grundschulen Lasbach, Göttelborn und Fischbach vorgesehen. Bis 2022 sollen fast 770 000 Euro in Fußböden, Dächer oder Fenster investiert werden.

Die Sitzung des Gemeinderates ist am Donnerstag um 18 Uhr in der „Q.lisse“.