Handball-Saarlandliga: Gegner hat keine Zeit zum Durchpusten

Handball-Saarlandliga : Gegner hat keine Zeit zum Durchpusten

Die HSG TVA/ATSV Saarbrücken hat im letzten Heimspiel der Saison den HSV Merzig/Hilbringen mit 29:19 abgefertigt. Der Handball-Saarlandligist könnte mit etwas Glück sogar noch Vizemeister werden.

Es ist Tradition bei der HSG TVS/ATSV Saarbrücken: In der letzten Spielminute stehen die Zuschauer in der Rastbachtalhalle auf und applaudieren ihrer Mannschaft. Selten waren die stehenden Ovationen der diesmal knapp 200 Fans so berechtigt wie am Samstag, als die Gastgeber den Tabellenzweiten HSV Merzig/Hilbringen mit 29:19 (10:8) besiegten. „So stelle ich mir Handball vor“, sagte Saarbrückens Trainer Andreas Birk. Er nennt die Spielweise „Überfallhandball“. „Jeder kennt seinen Laufweg. Jeder weiß um seine Aufgabe. Wir lassen dem Gegner keine Zeit, machen immer Druck“, erklärt Birk.

Dem konnten die starken Gäste im ersten Durchgang noch Paroli bieten. Vor allem David Pfiffer, mit insgesamt sieben Treffern bester Gäste-Werfer, machte der HSG-Abwehr zu schaffen. „Aber wir sind eine richtige Mannschaft. Jeder steht für den anderen ein, hilft aus, wenn es eng wird“, sagte Saarbrückens Linksaußen Eric Werle. Für ihn war es ein besonderes Spiel. Erstmals nach seinem Kreuzbandriss am 29. April 2017 gehörte er zum Kader der ersten Mannschaft. „Es war ein besonderes Gefühl, wieder mit den Jungs auflaufen zu können - und dann vor dem Publikum“, sagte Werle, der nach knapp einer Viertelstunde für Nikolas Spröder eingewechselt wurde und zwei Tore erzielte: „Nikolas hat eine tolle Runde gespielt. Wir sind eng befreundet und gönnen uns gegenseitig jeden Treffer. Aber natürlich will ich jetzt wieder die erste Wahl auf der Position werden.“ Spröder traf auch zwei Mal.

Der Sieg der HSG TVA/ATSV geriet nach der Pause kurz in Wanken, als die Gäste aus einem 8:10-Rückstand eine 12:11-Führung machten. Dann zogen die Saarbrücker in der Offensive das Tempo an. Und in der Defensive hatten sie den vielleicht besten Spieler des Abends: Florian Schröder. „Die Jungs haben vornedran gut gearbeitet. Da ist es als Torwart leicht“, sagte Schröder, der durch Zufall Torwart wurde: „In der Jugendauswahl brauchten sie mal einen Torhüter. Ich war zwar Feldspieler, aber wollte unbedingt dabei sein. Da habe ich es probiert und bin seither im Kasten geblieben.“

Der HSV Merzig/Hilbringen konnte das Tempo nicht mitgehen. Die Gastgeber waren nun deutlich überlegen. Den Schlusspunkt zum 29:19 setzte Jan Peter Hoffmann mit seinem sechsten Tor.

Für die HSG TVA/ATSV Saarbrücken war es das letzte Heimspiel einer Saison, die für sie mit etwas Glück noch als Vizemeister enden könnte. Die Saarbrücker sind als Tabellenfünfter punktgleich mit dem Vierten Merzig/Hilbringen und dem Dritten TV Niederwürzbach. Der Tabellenzweite HG Saarlouis II hat einen Zähler mehr. Der kommende Gegner steht bereits als Meister fest. Die Saarbrücker treten im letzten Saisonspiel am Samstag um 19.30 Uhr bei HWE Homburg an. „Wenn man die Leistungsdichte der Liga sieht, ist es für uns eine hervorragende Runde gewesen“, sagte Trainer Birk, der auch in der kommenden Saison die Mannschaft betreuen wird. Die wird zusammenbleiben und soll noch ergänzt werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung